Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die umstrittene Pensionsreform seiner Regierung vorläufig gestoppt. Damit reagiert er auf massiven Widerstand aus dem Parlament und Unmut in der eigenen Koalition. Die für diesen Herbst geplante Reform sollte es Franzosen erlauben, Teile ihrer Rentenansprüche in Aktien oder Fonds zu investieren. Doch die Umsetzung wird nun ausgesetzt – offiziell wegen technischer Bedenken und mangelnder politischer Reife.
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Das Vorhaben war Teil eines grösseren Reformpakets zur Modernisierung des Rentensystems. Kritiker warnten vor einer «Amerikanisierung» des Sozialstaats. Auch innerhalb von Macrons Regierung regte sich Widerstand. Premierminister Sébastien Lecornu sagte laut Politico, man werde die Reform nicht durchdrücken, solange sie «nicht voll verstanden wird». Damit umgeht Macron eine politische Krise – vorerst.