Das Schweizer Kreuz ist ein beliebter Werbeträger. Produkte, die mit diesem Emblem gekennzeichnet sind, verkaufen sich besser. Warum? Weil die Schweiz für Qualität und Präzision steht. Dieser hohe Standard soll nun aufgeweicht werden.
Die Schuhmarke «On» hat in einem jahrelangen Rechtsstreit erreicht, dass das Institut für geistiges Eigentum (IGE) die bisherige Praxis zu «Swissness»-Bestimmungen lockerte. On Running darf nun, obwohl ihre Schuhe grösstenteils in Asien produziert werden, trotzdem mit dem weissen Kreuz und dem Begriff «Swiss Engineering» werben und dem Käufer auf diese Weise die Botschaft vermitteln, er trage einen Schweizer Qualitätsschuh am Fuss.
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Was für ein Absturz, wenn «Swiss Made» zu «Swiss Engineering» mutiert. Diese Thematik beschäftigt auch Thomas Minder – Geschäftsführer und Alleininhaber der Schweizer Firma Trybol AG – seit vielen Jahren. Immer wieder kämpft er gegen all jene Firmen, die das Schweizerkreuz als Marke unrechtmässig nutzen. So legte er sich mit der Messerfabrik Victorinox, dem Milchkonzern Emmi und dem Kosmetikunternehmen Juvena an, weil sie die Marke «Schweiz» unrechtmässig kommerzialisieren. Nun droht Ex-Ständerat Minder mit einer Initiative zum Schutz des Schweizerkreuzes.
Der Entscheid des IGE passt bestens zur kulturellen Krise, in die sich die Schweiz manövriert hat, angetrieben vom Übereifer des linksliberalen Establishments, unsere ureigenen Werte herabzusetzen, fremde Kulturen dagegen aufzuwerten.
Die Verwässerung der Swissness geht zeitlich auch einher mit den permanenten Versuchen, die Schweizer Neutralität zu beschädigen oder an ihr herumzuspitzen. Unsere Unparteilichkeit ist Teil der Marke Schweiz und gleichzeitig unser stärkstes Instrument der Aussen- und Sicherheitspolitik.
Seit Beginn dieses Jahres erleben wir Katastrophen und Unglücksfälle, von denen wir dachten, so etwas könne sich bei uns nicht ereignen. Die Schweiz löst sich auf und verlottert.
Das Lied des Eurovision Song Contest 2025 in Basel «Made in Switzerland», von allen beklatscht und bejubelt, ist letztendlich der Abgesang auf diese Swissness, die Teil unserer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte ist. Aber niemanden scheint es zu stören.