Zum Abschluss der 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo hamstern die Schweizer nochmals Medaillen.
Am Samstagmittag gibt’s innerhalb von knapp zwei Stunden dreimal Edelmetall. Das gleiche Bild am Abschlusstag: Bronze für die St. Moritzer Langläuferin Nadja Kälin über fünfzig Kilometer, die erste Olympia-Medaille für eine Schweizerin in einem Langlauf-Einzelwettbewerb. Im Viererbob holen Michi Vogt und sein Team Bronze, die erste Medaille seit zwanzig Jahren. Und zum Schluss gibt’s für die Schweizer Curling-Frauen Silber.
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Es ist die 23. Medaille – was für ein Rekord! Die Bestmarke von bisher fünfzehnmal Edelmetall (an den Spielen 1988, 2018 und 2022) wurde um Längen übertroffen. Die Sportexperten nennen das «pulverisieren»: sechsmal Gold, neunmal Silber, achtmal Bronze.
Der Schweizer Überflieger ist Skifahrer Franjo von Allmen. Der Berner Oberländer holt zu Beginn der Spiele dreimal Gold in Abfahrt, Super-G und der Team-Kombi. Dreimal auf dem Podest stehen auch seine Teamkollegen Loïc Meillard und Marco Odermatt.
In der neuen Olympiadisziplin Skibergsteigen holt sich die Neuenburgerin Marianne Fatton erst Gold, später im Mixed mit dem Zürcher Jon Kistler auch noch Silber.
Weltweit zu reden gibt der Auftritt von Lindsey Vonn. Der 41-jährige US-Superstar startet mit einem gerissenen Kreuzband in die Olympiaabfahrt. Nach wenigen Sekunden bleibt sie an einem Tor hängen. Ihre Schmerzensschreie nach dem Sturz sind am TV minutenlang zu hören. Sie wird später mit dem Heli in ein Spital gebracht. Ihr gebrochenes Schienbein ist mittlerweile bereits fünfmal operiert worden.
In negativer Erinnerung bleibt an den dezentralen Spielen vor allem die fehlende Olympiastimmung. Der deutsche Skirennfahrer Linus Strasser fand die Ambiance «fürn Arsch.»
Marco Odermatt sagte: «In Bormio ist überhaupt kein olympischer Spirit vorhanden.» Es fehlte in Norditalien eindeutig die sonst übliche «Medal Plaza». Das muss die Schweiz, falls sie die Winterspiele 2038 zugesprochen erhält, besser machen. Alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic, ist auch da gefordert.
Und da gab es aus Schweizer Sicht laut Blick auch noch ein unmoralisches Angebot: Eine junge Frau, Mitglied von Franjo von Allmens Fanklub «Franatiker», bettelte bei ihrem angehimmelten Star via E-Mail um eine Samenspende. Von Allmen lehnte dankend ab. Und auf die Frage, ob er sich als dreifacher Goldgewinner die olympischen Ringe tätowieren lasse, antwortete der bodenständige Simmentaler: «Auf einem Ferrari bringt man auch keinen Kleber an.»