«Märtyrer der Freiheit»? Möge Alexei Nawalny in Frieden ruhen. Doch die westliche Glorifizierung strotzt von Doppelmoral
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

«Märtyrer der Freiheit»? Möge Alexei Nawalny in Frieden ruhen. Doch die westliche Glorifizierung strotzt von Doppelmoral

Nun, da er tot ist, hat Alexei Nawalny das Recht, in Frieden zu ruhen. Doch während seines Lebens liess er niemanden gleichgültig, vor allem nicht im Westen.

Als sein Leichnam noch nicht erkaltet war, sah man alle westlichen Medien und politischen Führer mit Tränen in den Augen den Tod des «von Putin getöteten Märtyrers der Freiheit» beklagen, während seine Witwe auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Rede verlas, die wie vorbereitet klang.

Manu Fernandez
A woman holds a magazine with a portrait of Russian opposition leader Alexei Navalny in front of the Russian Embassy in Madrid, Spain, Friday, Feb
Manu Fernandez

Diese schöne Einmütigkeit und die Huldigungen wären viel glaubwürdiger gewesen, wenn sie weniger voreingenommen gewesen wären und die beunruhigenden Schattenseiten der Person Nawalny nicht verschwiegen hätten. Als der «ukrainische Nawalny», der chilenisch-amerikanische Journalist Gonzalo Lira, am 12. Januar in einem ukrainischen Gefängnis starb, wo er vom SBU illegal inhaftiert worden war, weil er die Lügen und Schandtaten des Selenskyj-Regimes aufgedeckt hatte, hielt es kein westliches Medium und kein westlicher Politiker für angebracht, den Tod dieses Mannes unter Folter zu beklagen, der doch ein echter ukrainischer Märtyrer der Freiheit war. Ist das nicht merkwürdig?

Warum hielt es kein westliches Medium und kein westliches Staatsoberhaupt für nötig, daran zu erinnern, dass Nawalny wegen Betrugs und Unterschlagung in mindestens drei Fällen verurteilt worden war (darunter der Fall Yves Rocher und ein Holzunternehmen in Kirow), dass er ein Ultranationalist und ein ausgewiesener Rassist war, nachdem er erklärt hatte, dass Einwanderer wie Kakerlaken ausgerottet werden müssten, dass er die Donbass-Rebellion und den Anschluss der Krim an Russland unterstützte, dass es für seine angebliche Vergiftung verschiedene und widersprüchliche Erklärungen von seinen Freunden gab (zuerst wurde behauptet, er sei durch einen Tee am Flughafen vergiftet worden, dann durch FSB-Agenten, die seine Mineralwasserflasche im Hotelzimmer manipuliert hätten)?

Und schliesslich: dass er während seines Praktikums im Rahmen des «Yale World Fellows»-Programms 2009 in den USA in Umsturztechniken ausgebildet worden war, dass der 2020 gedrehte Film über «Putins Palast» eine plumpe Fälschung war, die in einem virtuellen Videolabor im Schwarzwald mit amerikanischem Kapital zusammengeschnitten worden war, dass seine Inhaftierung und seine neuen Verurteilungen darauf zurückzuführen waren, dass er sich geweigert hatte, sich den strengen Kontrollen zu unterziehen, obwohl er in Wirklichkeit unter Hausarrest stand und sich frei bewegen konnte, dass sein Wahlergebnis laut den letzten unabhängigen Umfragen bei den Präsidentschaftswahlen nicht mehr als 2 Prozent der Stimmabsicht betrug?

All diese Fakten lassen sich leicht anhand von authentischen Videos überprüfen, die im Netz kursieren, aber den Nachteil haben, dass sie auf Russisch sind. Auf diese Weise fühlen sich diejenigen, die die Lüge der Wahrheit vorziehen, davon befreit, den wahren Nawalny jenseits der offiziellen Propaganda zu suchen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.