In Deutschland muss wieder eine Brücke wegen Einsturzgefahr geschlossen werden: Die Brücke des Magdeburger Rings über den Damaschkeplatz ist seit Dienstag vollständig gesperrt. Die Stadt Magdeburg spricht von einem Totalschaden: Risse in Spanngliedern, teils bereits gebrochen, machen eine Sanierung unmöglich – ein Abriss ist unumgänglich. Eine Behelfsbrücke soll bis zu den Sommerferien errichtet werden.
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Das Bild sei «relativ verheerend», sagte Baubeigeordneter Jörg Rehbaum dem MDR. Das Eigengewicht der Brücke sei bereits ein Risiko, durch Verkehr werde dieses weiter erhöht. «Wir müssen die Brücke sperren. Wir werden sie abreissen und neu aufbauen müssen.»
Die Sperrung trifft alle Verkehrsarten: Autos werden weiträumig umgeleitet, Fussgänger und Radfahrer sollen auf Brücken in den Glacisanlagen ausweichen. Auch der Strassenbahnverkehr ist massiv betroffen. Fünf Linien fahren verkürzt oder auf neuen Routen.
Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) bat um Verständnis: «Es führt sonst zum Verkehrskollaps – und das wollen wir alle nicht.» Sie kündigte an, andere Baustellen notfalls ruhen zu lassen, um Kapazitäten zu bündeln. Zugleich forderte sie Unterstützung von Land und Bund. Das Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalts sagte Hilfen bei der Umleitung und Fördermittel für den Neubau zu.
Der Magdeburger Ring ist eine zentrale Nord-Süd-Achse der Stadt. An der nun gesperrten Brücke war Hennigsdorfer Spannstahl verbaut worden – der gleiche, der auch zum Einsturz der Dresdner Carolabrücke geführt hatte.