Make Swiss Deals Great Again: Wie die Schweiz nach dem Zollhammer verhandeln muss
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Make Swiss Deals Great Again: Wie die Schweiz nach dem Zollhammer verhandeln muss

Die Schweiz hat’s erwischt: 39 Prozent Zoll – ein Schock. Und während die Exportwirtschaft hyperventiliert, witzelt Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter am 1. August auf dem Rütli, sie habe Trump gesagt, die Schweiz gebe es seit 1291. Gelächter auf den Festbänken – aber kaum im Weissen Haus.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
President Donald Trump and European Commission President Ursula von der Leyen shake hands after reaching a trade deal at the Trump Turnberry golf course in Turnberry, Scotland Sunday, July 27, 2025
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved

Wie konnte das passieren? Ein Blick ins Drehbuch der Schweizer Aussenpolitik zeigt: Wir sind nicht bereit für die Trump-Show. Wir spielen Laientheater – er dreht Reality-TV. Zeit für eine Lektion in Verhandeln für Dummies.

Zuerst: Die fünf Todsünden der Schweizer Verhandlungstaktik.

Fehler eins: Die Schweiz verwechselt Diplomatie mit Anstand: lächeln, zuhören, Rivella anbieten – höflich bis zur Selbstaufgabe. Trump hingegen will keinen Smalltalk – er will einen Deal, den er nicht ignorieren kann. Sonst: «You’re fired.»

Fehler zwei: Andere aktivieren den Krisenmodus – die Schweiz die automatische Abwesenheitsmeldung. Während anderswo Task-Forces rotieren, meldet Bern: «Ich bin am 15. zurück, in dringenden Fällen wenden Sie sich an …» – falscher Zeitpunkt für Siesta-Demokratie.

Fehler drei: Keller-Sutter allein am Draht. Kein Parmelin, kein Seco, kein doppelter Boden. Ein diplomatischer Alleingang mit Minenfeld-Garantie.

Fehler vier: «Sorry, nicht mein Dossier.» Wenn’s brennt, zeigt jeder auf den anderen. In der Schweiz fast schon Volkssport – aber in der Krise ein klassisches Eigentor.

Fehler fünf: die Moralkeule. Die Schweiz hält gern Ethikvorlesungen. Doch Trump stellt auf Durchzug, sobald der Zeigefinger kommt. Wer gewinnen will, braucht Argumente, keine Haltung.

Die gute Nachricht lautet: Auch für diplomatische Spätzünder gibt’s Hoffnung.

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Hier kommt der 5-Punkte-Masterplan:

Zug eins: Sofortflug nach Washington. Nicht um zu kuschen – sondern um Swiss Power zu inszenieren.

Zug zwei: Kleine Schweiz, grosse Klappe. Trump verachtet Zwerge. Also sag nicht: «Wir sind offen für Kompromisse.» Sondern: «Wir sind das digitale Fort Knox auf diesem Planeten.»

Zug drei: Überraschungsdeal mit twist. Trump liebt dramatische Wendungen. Sag: «Wir kaufen 50.000 Tonnen US-Gas – und du lässt unsere Pharma in Ruhe.» Oder: «Wir bauen dir einen unterirdischen Swiss-Express von Washington nach Mar-a-Lago – inklusive Käsefondue-Waggon.»

Zug vier: Hinterzimmer-Diplomatie mit Show-Effekt. Schick keinen Beamten, schick ein Ereignis:

  • Roger Federer mit Gold-Racket
  • Alain Berset mit Sonnenbrille
  • Einen Muotathaler Wetterschmöcker mit Cowboy-Hut

Zug fünf: Nutze Trumps Tricks aus «The Apprentice»

  • «You blink, you lose» – Fehler kosten den Job. Schwäche wird abserviert.
  • «Think big» – klein denken heisst verlieren. Nur grosse Auftritte haben Wirkung.
  • «Be a killer – not a whiner» – Opferhaltung ist Gift. Spiele offensiv.
  • «Sell yourself» – Nicht das Produkt zählt – sondern wie du es inszenierst.

Kurz: Mach Trump zum Helden: «Nur du kannst den transatlantischen Handel retten – durch einen fairen Schweiz-Deal.» Gib ihm die Bühne – nimm dir den Vertrag.

Und zum Schluss:

Wenn der Gegner laut ist – sei leise.

Wenn der Gegner gross ist – sei schlau.

Und wenn der Gegner Trump ist – sei unterhaltsamer als er.

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