Der globale Markt für Elektrofahrzeuge steht 2026 vor dem schwächsten Wachstum seit Beginn der Corona-Pandemie. Laut einer aktuellen Prognose des Analysehauses Benchmark Mineral Intelligence soll der weltweite Absatz von E-Autos im kommenden Jahr nur noch um 13 Prozent auf rund 24 Millionen Fahrzeuge steigen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, in dem das Wachstum bei geschätzten 22 Prozent lag. Dies berichtet die Financial Times.
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Besonders in den USA zeichnet sich ein Einbruch ab: Dort sollen die Verkaufszahlen um 29 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge sinken – nach einem Rekordjahr 2025. Grund dafür ist unter anderem der Kurswechsel der Trump-Regierung, die Steuervergünstigungen für E-Fahrzeuge gestrichen hat. Auch Ford zog Konsequenzen: Das Unternehmen kündigte milliardenschwere Abschreibungen an und stoppt die Produktion mehrerer Modelle, darunter der Elektro-Pick-up F-150.
In Europa wird nur noch mit einem moderaten Anstieg der Verkäufe um 14 Prozent gerechnet. Auch hier führen Unsicherheit über Regulierung und unzureichende Ladeinfrastruktur dazu, dass sich viele Konsumenten lieber für Hybridmodelle entscheiden. Der Trend zur Teilelektrifizierung wird laut Ford-Chef Jim Farley zunehmend als sinnvoller Kompromiss wahrgenommen.
In China, dem mit Abstand grössten Markt für E-Fahrzeuge, hält das Wachstum zwar an – mit einem Plus von 17 Prozent auf 15,5 Millionen Fahrzeuge –, bleibt aber hinter den Steigerungsraten der Vorjahre zurück. Zwischen 2020 und 2025 hatten sich die Verkaufszahlen mehr als verzehnfacht. Marktführer BYD konnte 2025 Tesla überholen und seine Position mit günstigen Modellen weiter ausbauen.