In Bayern und Berlin ist die angestrebte Asyl-Trendwende bereits sichtbar: Erstmals überstieg dort die Zahl der Ausreisen die der gestellten Asylerstanträge. Das berichtet Focus online.
Zwischen Januar und Mai 2025 reisten in Bayern 7780 Personen aus – freiwillig oder durch Abschiebung –, während im selben Zeitraum nur 5845 Erstanträge gestellt wurden. In Berlin fiel die Bilanz noch deutlicher aus: 7875 Ausreisen standen lediglich 4279 Anträgen gegenüber.
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Auch in anderen Ländern zeigen sich ähnliche Entwicklungen. In Baden-Württemberg sprechen die Behörden von einer «eingeleiteten Asylwende». Laut Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges hielten sich im Juni Ausreisen und Neuanträge in etwa die Waage. Sachsen und Sachsen-Anhalt melden ebenfalls Rückgänge bei Asylgesuchen.
Ob dies auf die verschärften Grenzkontrollen zurückzuführen ist, bleibt fraglich. Innenminister Alexander Dobrindt hatte diese im Mai angeordnet. In den ersten sieben Wochen wurden jedoch nur 285 Personen an der Grenze zurückgewiesen. Unabhängig davon zeigen die Daten: Deutschland ist im ersten Halbjahr 2025 nicht mehr das Asyl-Spitzenland Europas – ein europäischer Rückgang von 23 Prozent bei den Anträgen bestätigt den Trend.