Musik Ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus dem Armfenn. Ich begrüsse Sie zu einer weiteren Folge von Meilensteine der Schweizer Geschichte mit Professor Christoph Mörgli aus dem luftigen Genf. Es hat gar keinen Sinn, hier gegen den Wind anzukämpfen. Die Haare sind bereits... Ich hoffe, das stört den Gesamteindruck nicht allzu sehr. Die wunderbare Fontäne im Hintergrund des Genfer See ist natürlich ein Wahrzeichen dieser Stadt, dieser faszinierenden Stadtrepublik. Und heute tauchen wir in ein Kapitel ein, das tatsächlich Geschichte gemacht hat, das die Gemüter in seinen Bann schlug. und bis heute. ausstrahlt auch auf die Leinwände. Es gibt Filme, die im weitesten Sinne über diese Geschichte gedreht wurden mit Starbesetzung und vielleicht haben mehr oder weniger alle von ihnen zumindest einen dieser Filme schon einmal gesehen. Wir sehen auch Schiffe hier am Ufer friedlich verteuert und gleich gegenüber eines der schönsten Hotels der Stadt. Momentan wird es umgebaut, zumindest in einzelnen Flügel das Bohr-I-Wasch und das Bohr-I-Wasch. ist auch Teil unserer heutigen Geschichte über Monarchien, glamouröse Kaiserinnen und Anarchie, finstere Attentäter, die da sich meuchelmörderisch betätigen. Aber ich will nicht länger werden, sondern das Wort gleich dem Historiker geben, lieber Christoph, the floor is yours. Was ist das Thema hier bei den Meilensteinen am Genfersee? Grüezi miteinander. Wir befinden uns an der Stelle, oder ganz in der Nähe der Stelle, wo am 10. September des Jahres 1898 Kaiserin und Königin Sissi Elisabeth von Österreich und Ungarn ermordet wurde durch den italienischen Anarchisten Luigi Luchini. Interessant, Kaiserin Elisabeth, eine Glamourfigur. Ich habe die Filme angesprochen mit Romy Schneider und Karl Heinz. Böhm, für uns zumindest in der Kindheit, ein Pflichtstoff sozusagen. Wir haben da mit geschmachtet. Ja, die Kaiserin Sissi, eine Lady Diana sozusagen, Vorlady Diana. Wie ist es zu dieser fürchterlichen Tat gekommen? Warum war die Kaiserin hier in Genf? Warum die Schweiz? Sie war doch zugange am Hof in Wien und in den prächtigen Habsburger Palästen. Bring etwas Licht hinein, folgen wir zuerst den Spuren der Kaiserin, bevor wir uns etwas den Attentäter näher anschauen. Kaiserin Elisabeth war im 60. Lebensjahr, als sie hier ermordet wurde, und sie weilte, wenn immer möglich, nicht in Wien. Sie ist dieser Hofetikette, wenn immer möglich, entflohen. Sie ist gereist in aller Welt, könnte man fast sagen, jedenfalls in Europa herumgereist, sehr gerne auch in Genf gewesen. Da weilte sie damals seit dem 30. August, ungefähr zehn Tage, in Derritte, Montreux, und hat an diesem Verhängnis vom 10. September 1898 eine andere Dame, mit der sie eigentlich befreundet war, besucht, nämlich Baronin Julie Rothschild. Und die hatten einen schönen Abend zusammen, sie haben gegessen, sie hat nicht immer sehr schön gegessen, Sie war eine Art Magersüchtig, überhaupt eine. Moderne Frau, im falschen Jahrhundert geboren, sehr sportlich auch, ist gewissermassen gejoggt, war sehr schnell immer unterwegs. Und sie kam dann zurück, hat hier einmal übernachtet und am nächsten Morgen des 10. September geschah das Verhängnis. Vielleicht noch etwas zur Schweiz. Und der Kaiserin ist ja vielleicht nicht unbedingt der natürlichste Aufenthaltsort. Die Schweiz ist keine Monarchie. Die Habsburger haben es ja nicht so gerne gesehen. Wir haben schon über entsprechende Schlachten berichtet, aber irgendwie doch noch ein Sehnsuchtsort. Was hat es für Sissi mit der Schweiz auf sich? Warum immer wieder dieses Land? Elisabeth hat ihrem eigenen Land, dieser Donaumonarchie, diesem Vielvölkerstaat, eigentlich nicht getraut. Sie hat vielmehr vertraut in den Schweizerischen Bundesrat. Das hat sich dann gezeigt in ihrem Testament Persönlichste. Gegenstände, Gedichte, Aufzeichnungen, Tagebücher hat sie dem Bundesrat überlassen, der dann nach 50 Jahren, nach ihrem Ableben, diese Schätze dann auch öffnet. Jedenfalls ist sie sehr gerne in die Schweiz gekommen, hat hier auch ein Stück weit Anonymität genossen. Sie ist hier abgestiegen als Gräfin von Hohenems, aber die Genfer Zeitungen haben sofort geschrieben, dass sie in Genf weilt. Also das war ein sehr bekanntes Ereignis. Du hast die Baronin Rothschild erwähnt. Also nähern wir uns etwas diesem verhängnisvollen Tag. Was ist da genau passiert? Wie ist da sozusagen die Kaiserin in die Falle? des Schicksals gelaufen. Sie wollte am frühen Nachmittag dieses 10. September zurückfahren nach Montreux, der Rite, etwas oberhalb, wo sie gewohnt hat. Und sie wollte das Dampfschiff Genève besteigen. Mit ihrer Hofdame ist dann hierher gekommen und ist zusammengestoßen mit diesem Luchini. Sie meinte, es war ein Schlag. Aber er hat zugestochen in die Herzgegend mit einer spitzen, feinen Pfeile. Und zuerst hat sie das gar nicht so gross gemerkt. Sie ist kurz zu Boden gegangen, wieder aufgestanden, hat dann mit ihrer Hofdame aus Ungarn diskutiert und hat das Schiff tatsächlich bestiegen. Es ist losgefahren, aber da ist die Kaiserin ohnmächtig zusammengebrochen. Der Kapitän hat sofort Umkehr befohlen. Auf einer provisorischen Trage hat man die Kaiserin ins Hotel zurück. gebracht, sie bekam noch die letzte Ölung und ist verstorben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Du bist Medizinhistoriker, aus heutiger medizinischer Sicht, wäre sie zu retten gewesen mit heutigen Methoden oder war das eine derart perfide Verletzung, sozusagen ein Stich in die Herzkammer, im Wortsinn, dass da einfach nichts mehr zu machen war, auch mit heutiger Methodologie nicht? Soweit ich das beurteilen kann, hätte eine Notoperation die rasch... durchgeführt worden wäre, ihr Leben retten können. In der Tat, damals war man nicht so weit, man hat es auch nicht sofort gemerkt. Es war praktisch nicht sehbar, nur eine kleine Blutspur hat ihre Hofdame gesehen. Also es gab eigentlich jede Hilfe zu spät. Schauen wir auf den Attentäter. Wann hat man realisiert, dass die Kaiserin einem Attentat zum Opfer gefallen ist und wie wurde dann dieser Anarchist gefasst? der ja vielleicht sich schon aus dem Staub gemacht hat oder hat man den aufgegriffen bereits, als er die Kaiserin angerempelt hatte. Wie hat sich das zugetragen? Nach dieser Rempelei haben dann einige beherzte Menschen, die sich hier befunden haben, diesen Attentäter festgehalten. Sie haben aber gar nicht realisiert, was er wirklich getan hat. Sie sind wirklich von einem unscharmanten Angriff eines Mannes auf eine Frau ausgegangen und waren dann sehr erstaunt, als ich zeigte, dass ich... den Mörder gefasst haben. Die Polizei hat ihn dann sofort in Gewahrsam genommen, diesen radikalisierten Italiener aus ernsten Verhältnissen, Gelegenheitsarbeiter hier in der Schweiz, der einfach glaubte, diese Adligen, diese Parasiten müsse man umbringen, dann gehe es den Armen und Arbeitern besser. Folgen wir den Spuren Luchinis, wie ist er in die Schweiz gekommen und warum ausgerechnet hat er sich die ja... Die österreichische Kaiserin zum Opfer gewählt, die ja nicht gerade auf Kriegsfuß, aber zumindest auf Distanz stand zur Monarchie, in die sie eingeheiratet hatte, zumindest in dieser Stufe. Er selber hat dann behauptet, er hätte eigentlich den französischen Thronprätendenten treffen wollen, der sei dann nicht eingetroffen hier in Genf. Ob das stimmt, weiss man nicht genau. Jedenfalls hat er gewusst, dass Sissi hier ist, weil das eben in den öffentlichen Blättern auch stand. Er hat ihr abgepasst und hat dann sein Attentat hier verübt. Er war offensichtlich radikalisiert durch die Lektüre von anarchistischer Literatur. Was ist das ihm geworden? Hat man ihn hingerichtet? Wie waren die Gepflogenheiten? Wurde er ausgeliefert an die italienischen Behörden? Kam er ins Gefängnis? Wo in der Schweiz? Er hätte sich das eigentlich gewünscht, eine Hinrichtung, eine Köpfung, wäre nach seinem Sinn gewesen, wie er plädiert hat. Aber Genf hat die Todesstrafe abgeschafft, dann wollte er nach Italien ausgeliefert werden oder wenigstens in den Kanton Luzern, wo es die Todesstrafe noch gab. Er ist aber in einem, ich meine, wirklich rechtsstaatlichen Prozess, der auch in Österreich akzeptiert wurde, verurteilt worden zu lebenslänglicher Haft wegen Mord. Und diese Haft hat er dann tatsächlich auch bis zum Ende abgesessen? Das war nicht der Fall. Er war ein ausgesprochen unangenehmer Gefangener, hat die Wärter angefallen, hat wirklich Gewalttaten verübt und ist dann verstorben im Jahr 2010. Entschuldigung, 1910 natürlich. Er ist aufgrund seiner Auffälligkeit wahrscheinlich im Suizid gelandet. Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, die Wärter hätten dann irgendwann genug gehabt und hätten ihn einfach ermordet. Aber das wissen wir nicht so ganz genau. Gehen wir zurück zur Kaiserin, zu dieser Ermordung der Asketin, der Sportlerin, der ja auch modernen Monarchin mit Sympathien für die schweizerische Eidgenossenschaft, für die Republik. Genf, was hat dieses Attentat ausgelöst? Wir erinnern uns, 1914 auch ein Attentat auf den Thronfolger damals in Sarajevo, den Habsburgischen. Das hat den Ersten Weltkrieg zur Auslösung gebracht. Hat das hier auch solche Verwerfungen hervorgerufen? Gab es da Ultimaten, Drohungen an die italienische Adresse? Wie ist das genau abgelaufen? Die Bestürzung war natürlich riesig in Europa. Auf der ganzen Welt gab es Schlagzeile. Das ist eine der wichtigsten Monarchien gewesen damals, auch eine der mächtigsten Dynastien, die betroffen war. Auch wenn sich Sissi davon distanziert hat, ein Stück weit. Jedenfalls war es wirklich ein Unglücksfall, der unglaubliche Schlagzeilen erzeugt hat. Sie selber ist dann einbalsamiert worden, ist in einem eisgekühlten Sarg Richtung Österreich dann... gefahren worden und überall waren die Behörden gehalten, dann diesem Sarg die Referenz zu erweisen entlang der Gleise. Sie ist wie bei den Habsburgern üblich in der Kapuzinergruft beigesetzt worden, allerdings ohne, dass man ihr das Herz entnommen hätte. Politische Folgewirkungen, diplomatische Aktionen dann zwischen Österreich, Ungarn und Italien, gab es das auch? Erstaunlicherweise wenig, denn man ist doch von der Einzeltäter-These ausgegangen und nicht von einem Komplott. Und erstaunlicherweise für mich auch war der Bundesstaat doch so gefestigt, dass es hier nicht diplomatische Verwerfungen im grossen Stil gab. Österreich-Hungarn hat eigentlich den Genfer und den schweizerischen Behörden zugetraut, dass sie dieses Verfahren rechtsstaatlich und korrekt durchführen, sodass es also nicht zu... einer eigentlichen Verstimmung und schon gar nicht zu kriegsähnlichen Zuständen kam. Noch ein makabres Detail aus dieser ganzen Tragödie. Ich glaube einmal gelesen zu haben, dass man den Leichnam des 1910 verstorbenen Attentäters, dass man diesen Leichnam noch gewissermassen untersucht hat, obduziert hat, dass es da noch Studien gab und sogar von einer Post-Humen-Köpfung ist die Rede, also etwas garstig, etwas düster. Auch du, angesprochen als Medizinhistoriker, kannst du dazu noch etwas Klärendes hinzufügen? Es ist tatsächlich so, dass er gerichtsmedizinisch nach seinem Tod geköpft wurde. Also der Kopf wurde vom Rumpf abgetrennt. Man hat den Schädel untersucht, das Gehirn untersucht, ob man hier Anomalien findet. Das war offensichtlich nicht der Fall und man hat dann diesen Kopf in Formalin eingelegt und lange am Gerichtsmedizinischen Institut in Genf aufbewahrt. 1985 wurde das eigentümliche Exponat ausgeliefert an das anatomisch-pathologische Bundesmuseum in Wien und von dort aus ist es im Jahr 2000 in aller Stille dann irgendwo bestattet worden. Hast du dieses Exponat der Finsternis jemals? In deiner damaligen Tätigkeit als Direktor, Vorsteher des Medizinhistorischen Museums an der Universität Zürich, auch ausgestellt oder einmal zu Gesicht bekommen? Ich habe es natürlich nie ausgestellt und zu Gesicht bekommen habe ich es auch nicht. Ich habe zwar dieses anatomisch-pathologische Bundesmuseum im früheren Narrenturm des Allgemeinen Krankenhauses in Wien besucht, aber wenn ich mich recht erinnere, wurde dieses... Exponat nie öffentlich gezeigt. Gut, wir biegen in die Schlusskurve ein, aber nicht mit diesen doch etwas Horrorfilm-artigen Sequenzen. Sissi ist ja dann irgendwann in die Mythenwelt des Kinos auch eingegangen. Der Stoff wurde entdeckt in der Filmindustrie, der Stoff hat vielleicht schon früher Spuren gezeigt. Wann ist die Mythenbildung um Sissi losgegangen. Wann hat die Fantasie, wann hat die Literatur, wann hat das Kind... sich angefangen, diese Persönlichkeit zu bemächtigen. Sie war natürlich eine interessante Persönlichkeit und das zeigte sich auch in der Obduktion, die hier vorgenommen wurde, im Beisein der österreichischen Behörden. Sie war ausserordentlich schlank, ja mager. Sie hatte Hungerödeme. Sie hatte ein sehr gutes Gebiss. Was ist das, Hungerödeme? Ein Hungerödeme ist eine Wasseransammlung, die eben vorkommt, wenn man wirklich zu wenig... ist. Und sie hatte natürlich wunderbares Haar, das war ja ihr Stolz natürlich. Und das Gebiss war auch ausgezeichnet. Und es war eine wirklich moderne Frau, die ihren Körper trainiert hat, die sich auch gepflegt hat. Aber sie ist dann eigentlich in Österreich-Hungarn gar nicht mehr so populär gewesen, weil sie sich dem Volk doch weitgehend entzogen hat. Später wird das dann dann handelt es sich im 20. Jahrhundert wirklich zum Mythos. Es war auch eine Frau, die schreckliche Schicksalsschläge erleiden musste. Der Sohn ist ihr verstorben, der Thronfolger Rudolf, auch durch Suizid, durch Selbstmord. Und sie hat sehr früh eine Tochter verloren. Unglaublich, der Erfolg dieses Sissi-Films mit Romy Schneider, Karl-Heinz Böhm, mit der Mutter von Romy Schneider. Das waren sozusagen die ganz grossen, epischen Dramen der Nachkriegszeit. Hast du dafür eine Erklärung dieser... Sissi-Boom dann in der Nachkriegszeit der Unmittelbaren, in den Trümmern, wenn man so will, noch des Zweiten Weltkriegs? Sissi war ja nicht der einzige nostalgische Film. Man hat sich damals nach diesem Schreckensszenario des Zweiten Weltkriegs an die früher gute alte K&K, also kaiserlich-königliche Zeit, erinnert. Es gab dann viele... Farbfilme in den 50er Jahren aus dieser Zeit, das war eben geradezu idyllisch und das Leben dieser Sissi auch romantisch dann aufgepoppt und aufgepeppt. Das war wirklich grosser Stoff mit ganz vorzüglichen Schauspielern auch besetzt und das war natürlich ein Kino, das im ganzen deutschsprachigen Raum und darüber hinaus wirklich ausserordentlich populär wurde. Nach dem Stechschritt die Gemütlichkeit, die backenwärtige Gemütlichkeit. Der österreichischen Monarchie, du hast es angesprochen, die Kaiserin hat ihren Nachlass der Schweiz übergeben, dem Bundesrat, ist auch ein interessantes Detail. Können wir das noch etwas unter das Mikroskop legen? Was steckte da genau dahinter? Warum hat die Sissi der Schweiz auch diese Ehre zuteilwerden lassen, Hüterin ihres Nachlasses zu sein? Ist ja auch ein bisschen ein Affront vielleicht gegenüber. Den Österreichern? Das ist unbedingt ein Affront. Sie hat sich wirklich mit der Politik nicht identifizieren können. Sie hat auch die Kriege, die ihr Mann angezettelt hat, und das waren meistens unglückliche Kriege, nicht nachvollziehen können. Sie hat sich einmal massiv in die Politik eingemischt, als es um Ungarn ging, weil sie sich sehr für die Ungarn eingesetzt hat. Sie hatte dann auch die Königskrone erhalten, 1867. Aber sonst hat sie diesem Staat wenig. getraut und dem Bundesrat offenbar sehr viel mehr. Der Bundesrat hat dann auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Karenzfrist verflossen war, diese Schätze geöffnet. Es waren Tagebücher drin, die sind heute publiziert. Es waren ihre Gedichte drin, sehr stark an Heinrich Heine orientiert. Den hat sie sehr verehrt und in der Musikwelt natürlich Wagner war ihr ganz grosser Held. Also sie war wirklich eine moderne, aufgeschlossene Frau, die sich auch für dieses Denkmal für Heine eingesetzt hat in Düsseldorf für einen jüdischen Schriftsteller. Das ist doch bemerkenswert in dieser Zeit. Was ist vielleicht noch als letzter Punkt aus diesen Tagebüchern hervorgegangen? Was hat man dort vielleicht an Bahnbrechenden, am Interessanten herausgefunden über die Persönlichkeit, vielleicht auch über das Innenleben dieser geplagten Monarchin auch? Es zeigte sich das Leben einer Getriebenen, die halt unzufrieden war mit dem, was sie angetroffen hat. Sie ist sehr früh auch verletzt worden in dieser Ehe, weil sie feststellen musste, dass ihr Mann von Anfang an eigentlich nicht treu war. Später hat sie dann ihrem Mann, Kaiser Franz Josef, eine Freundin zugeführt in der Person der Hofschauspielerin Katharina Schratt. Und so hat der Mann sie dann auch reisen und herumziehen lassen. Also eine Szene in einer Rehe, die nicht nur, vielleicht auch manchmal zwischendurch, wenn auch... Vergänglich gemütlich, äh, glücklich war, Entschuldigung. Meine Damen und Herren, hier dunkelt es schon langsam ein. Sie haben es gemerkt, bevor dann tatsächlich die Lichter ausgehen. Wollen wir einen Punkt setzen? Ich mache noch, weil es sieht schön aus, einen kleinen Kameraschwenk, damit Sie einerseits die Gestade des Genfer Sees sehen, hier die Seeschifffahrt, und dann hinter dieser weissen Zeltstadt sehen Sie die Umrisse schon mit Kranen und so weiter des Hotels Beau Rivage, in dem damals die Kaiserin abgestiegen war. und auch dann bereits als Opfer des Attentats zur allerletzten Ruhe gebettet wurde. Wir danken Ihnen ganz herzlich für die Aufmerksamkeit. Ich danke Christoph Mörgeli, der mir hier noch ausserhalb des Kamerablickwinkels gegenübersteht. Es ist für uns immer eine grosse Freude, diese Sendung für Sie zu machen und für mich natürlich hochinteressant auch den imponierenden Kenntnissen des Historikers. Wir verabschieden uns aus Genf, wünschen Ihnen eine schöne Woche und freuen uns natürlich auf ein Wiedersehen beim nächsten Pflichttermin am Samstag. Meilensteine der Schweizer Geschichte. Ist übrigens wichtig, vielleicht dies noch als letzter Punkt, in einer Welt, in der eben die Länder stärker auf sich selber zurückgeworfen werden, America first, Switzerland first, ist es wichtig. Die eigene Geschichte zu kennen, um auch die eigenen Interessen letztlich freilegen und bestimmen zu können, und die sind wichtig in einer Welt des Gerangels, der Spannungen und der Konflikte, mit denen wir uns ja sonst in diesen Sendungen auf unseren Programmangeboten und im Journalismus auseinanderzusetzen haben. Ihnen eine geruhsame Zeit, wir melden uns zurück.