Ein halbes Jahrhundert nach der letzten bemannten Mondmission der Nasa soll 2026 erneut ein Raumschiff mit Crew den Erdtrabanten umrunden, berichtet der Economist. Die amerikanische Raumfahrtbehörde plant derzeit, im Februar 2026 vier Astronauten im Rahmen der Artemis-II-Mission ins All zu schicken. Es wäre der erste bemannte Flug des «Orion»-Raumschiffs und der zweite Start der «Space Launch System»-Rakete, die wegen ihrer hohen Kosten und technischer Probleme in der Kritik steht.
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Während die Artemis-II-Mission einen wichtigen Schritt für eine spätere Mondlandung darstellen soll – Artemis III ist als erste bemannte Landung seit Apollo 17 im Jahr 1972 geplant –, bereiten sich auch private Unternehmen auf eine neue Raumfahrtära vor.
Das US-Startup Vast aus Kalifornien will im Mai 2026 die erste kommerzielle Raumstation in die Erdumlaufbahn bringen. Haven 1 soll 45 Kubikmeter bewohnbaren Raum bieten und für staatliche oder private Missionen verfügbar sein. Ein erster bemannter Aufenthalt ist wenige Monate nach dem Start geplant. Die Station soll vier Missionen durchführen und drei Jahre in Betrieb bleiben – als möglicher Nachfolger für die Internationale Raumstation, deren Betrieb 2030 endet.
Auch SpaceX von Elon Musk verfolgt ambitionierte Ziele: Neben weiteren Tests der «Starship»-Rakete steht eine unbemannte Marsmission im Raum. 2026 bietet sich ein günstiges Startfenster, das Elon Musk nutzen möchte – gelingt es nicht, wäre die nächste Gelegenheit erst 2028.
China wiederum plant für Ende 2026 die Mission Chang’e 7, bestehend aus Orbiter, Lander, Rover und einem Aufklärungssatelliten. Ziel ist der südliche Pol des Mondes, genauer der beleuchtete Rand des Shackleton-Kraters. In den dortigen Schattenregionen wird Wassereis vermutet – wertvoll für zukünftige Mondbasen. Auch die Nasa visiert die Region als Landeplatz für Artemis III an.