Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft Israel den Einsatz von weissem Phosphor in Wohngebieten im Südlibanon vor. Dies berichtet HRW unter Berufung auf verifizierte Bildaufnahmen, wie der Guardian berichtet. Demnach sind in den ersten Tagen der israelischen Offensive im Zuge des Gaza-Kriegs mindestens acht Fälle in der Ortschaft Yohmor dokumentiert worden.
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Die Organisation erklärte, sie habe Bildmaterial geolokalisiert, das Explosionen von Phosphor-Munition über Wohngebieten zeigen soll. Weitere Videos sollen ähnliche Einsätze im Süden des Libanon zeigen. Laut Forschern könnten zahlreiche Vorfälle bislang nicht erfasst worden sein, da rund 800.000 Menschen die Region verlassen mussten.
Weisser Phosphor entzündet sich bei Kontakt mit Sauerstoff und kann Temperaturen von bis zu 800 Grad erreichen. Militärisch wird die Substanz unter anderem zur Rauchentwicklung oder zur Markierung von Zielen eingesetzt. Der Einsatz in dichtbesiedelten Gebieten ist jedoch umstritten, da Brände, schwere Verbrennungen und giftige Dämpfe entstehen können.
Ein Sprecher der israelischen Armee erklärte, man könne die Vorwürfe im konkreten Fall nicht kommentieren. «Es kann visuelle Ähnlichkeiten zwischen Rauchmunition mit weissem Phosphor und solcher ohne geben, weshalb bei der Bewertung von Bildmaterial Vorsicht geboten ist.»