Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für möglich, dass deutsche Kampfflugzeuge künftig auch britische und französische Atomwaffen transportieren. Im Podcast «Machtwechsel» sagte er, deutsche Jets könnten bereits US-Atomwaffen tragen, und «es wäre möglich, dies auch auf britische und französische Atomwaffen anzuwenden».
Eine eigene deutsche Atombewaffnung komme für ihn nicht in Frage. Zugleich sprach sich Merz für eine stärkere europäische nukleare Abschreckung aus. Frankreich habe in der Vergangenheit angeboten, Deutschland in seine nukleare Strategie einzubeziehen. Ein solches Angebot könne «in diesen Zeiten nicht einfach unberücksichtigt bleiben», sagte der Kanzler.
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Hintergrund sind Zweifel an der langfristigen Verlässlichkeit des US-Atomschirms für Europa. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, niemand in Europa dränge darauf, den nuklearen Schutzschild der USA zu ersetzen. Die Diskussion solle als Ergänzung verstanden werden.
Deutschland ersetzt seine Tornado-Jets durch 35 F-35-Kampfflugzeuge aus den USA, die 2022 bestellt wurden.