Friedrich Merz, Analog-Kanzler, lässt die Hosen runter – im übertragenen Sinn. Auf Insta ist der Regierungschef ganz nahbar: Hemdsärmelig sitzt er vor der Kamera und liest Kommentare von Usern vor. Da wird ihm die Jugend die digitale Bude einrennen.
Lars Klingbeil, Berufs-Philatelist, ehrt eine säkulare Heilige. Der für Briefmarken zuständige Finanzminister gab bekannt, dass eine Sondermarke für die kürzlich verstorbene Holocaustüberlebende Margot Friedländer erscheinen werde. Sie befindet sich in guter Gesellschaft: Auch Udo Jürgens, Hildegard Knef, Tina Turner und Bugs Bunny zieren bald eine Marke.
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Andrea Kiewel, Schlagerbraut, musste ein Geheimnis preisgeben. Die Moderatorin des ZDF-«Fernsehgartens» lebt seit Jahren in Tel Aviv und wird jeden Sonntag zur Sendung eingeflogen. Weil wegen des Krieges mit dem Iran alle Flüge eingestellt wurden, sass Kiewel fest. Angeblich zahlt sie die Anreise selber. Bleibt der CO2-Fussabdruck.
Natasa Pirc Musar, Störenfriedin, macht sich in Brüssel unbeliebt. Bei einem Besuch in der EU-Metropole sprach sich Sloweniens Präsidentin für «stille» Gespräche mit Russland aus. Die EU sollte dazu eine Gruppe «weiser Männer und Frauen» bilden. Leicht gesagt – in der EU. Woher nehmen und nicht stehlen?
Fernand Kartheiser, Kleinstaaten-Troll, hat auch eine Idee für einen Austausch mit Moskau: einen Ferndialog. Russische Duma-Abgeordnete seien offen für Gespräche über alle Themen, mailte der Luxemburger EU-Abgeordnete seinen 719 Kollegen. Ist wohl vergebene Liebesmüh. Kartheiser ist in Verruf geraten, seit er an den Moskauer Siegesfeierlichkeiten teilnahm.
Emmanuel Macron, gerupfter Hahn, muss erkennen, dass der Lack ab ist. Auf dem jüngsten G-7-Treffen in Kanada putzte ihn nicht nur US-Kollege Donald Trump ab: Der «Aufmerksamkeit heischende» Franzose habe keine Ahnung, wovon er rede. Aber auch Giorgia Meloni war nicht angetan: Nach einem Gespräch mit Macron rollte sie verzweifelt die Augen.
Joe Biden, Rentner, holte sich Profihilfe. Wie bekanntwurde, griff Starregisseur Steven Spielberg dem angeschlagenen Präsidenten bei dessen öffentlichen Auftritten unter die Arme. Er sollte «Hollywoodmagie» in Bidens Reden und Auftritte zaubern. Das ging wohl daneben.
Keir Starmer, Pudel, ging vor Donald Trump auf die Knie. Als dem US-Präsidenten seine Kopie eines amerikanisch-britischen Handelsabkommens aus der Hand fiel, tauchte der Briten-Premier eilfertig hinunter, um die Papiere einzusammeln – und bestätigte das Klischee vom britischen Schosshündchen.
Zusammengestellt von Wolfgang Koydl