Fredy Gantner, milliardenschwerer Mitgründer der Partners Group, ist für Linke einer der Bösen. Er war der Wortführer der Gruppe, die bei US-Präsident Donald Trump für tiefere Zölle weibelte.
Gantner und seine fünf Reisegefährten wurden nach dem Trip nach Washington von den Juso und den Grünen sogar angezeigt. Der Vorwurf: Das «Team Switzerland» habe sich der Bestechung schuldig gemacht, weil es Trump beim Besuch mit teuren Mitbringseln beschenkt hatte.
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Nachtragend scheint Gantner jedenfalls nicht zu sein. Denn nun hilft er seinen grössten Kritikern: Er spendet 20.000 Franken für den Kampf gegen die SRG-Halbierungsinitiative, die am lautesten von linken Kreisen bekämpft wird.
Damit stellt er sich in eine Reihe mit anderen Reichen, die aber schon immer gern sogenannt progressive Anliegen unterstützt haben. Zum Beispiel die Brüder Daniel und Martin Meili, die dem Onlinemagazin Republik auf die Beine halfen.
Was treibt Fredy Gantner zum Engagement zugunsten der SRG? Im Tages-Anzeiger sagt er, es gehe ihm um den «Sonderfall Schweiz». Mit vier Landessprachen könne der freie Markt allein nicht für eine mediale Abdeckung sorgen.
Wo Fredy Gantner sein Geld einsetzt, ist seine Sache. Man kann ihm aber eine gewisse Naivität vorwerfen, wenn er sagt, die SRG müsse noch einmal eine Chance bekommen, sich zu reformieren, bevor man Mittel kürze.
Vor der No-Billag-Abstimmung gelobte die SRG-Führung bereits, sich kritisch zu hinterfragen. Danach ist nichts passiert. Die notorisch einseitige Berichterstattung mit linker Schlagseite hat eher noch zugenommen.
Ein Nein zur Halbierungsinitiative, egal wie knapp, wird man bei der SRG als Bestätigung nehmen – und als Freipass, so weiterzumachen wie bisher.
Vielleicht müsste man Fredy Gantner dann in fünf Jahren noch einmal fragen, ob er immer noch glaube, seine Spende sei gut angelegt gewesen.