Die zunehmenden Kupferdiebstähle an Ladesäulen bremsen den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland, vor allem auf dem Land. Dies berichtet das Portal Telepolis. Betreiber berichten von Millionenschäden und Verzögerungen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Besonders betroffen sind Regionen mit geringer Überwachung.
Wie der NDR berichtete, erzielen die Täter für das gestohlene Kupfer meist nur «30 bis 50 Euro», doch die Kosten für den Ersatz seien erheblich. «Ein neues Kabel koste zwischen 3000 und 5000 Euro, hinzu kämen die Ausfallkosten für die Ladesäule». Dies erklärte Wolfgang Ademmer, Vertriebsvorstand des Südtiroler Herstellers Alpitronic. Das Unternehmen verzeichne «einen Ladekabelklau im Bereich von fünfzehn bis zwanzig Kabeln pro Tag». Das Problem sei «besonders in Deutschland sehr gross».
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Auch der Energieversorger EnBW meldet inzwischen mehr als 900 gestohlene Kabel an seinen rund 7000 Ladepunkten – mit Gesamtschäden in Millionenhöhe. Jeder Vorfall verursache nicht nur Reparaturkosten zwischen 5000 und 8000 Euro, sondern führe auch zu Ausfällen und Umsatzeinbussen.
Die Branche reagiert mit neuen Sicherheitsmassnahmen: robustere Kabel, akustische Alarme, Farbmarkierungssysteme und KI-gestützte Videoüberwachung. Zudem wird an Kabeln mit geringerem Kupferanteil gearbeitet.