Die Kertsch-Brücke, die das russische Festland mit der von Moskau annektierten Krim verbindet, ist erneut Ziel eines ukrainischen Angriffs geworden. Wie der ukrainische Geheimdienst SBU auf Telegram mitteilte, wurde um 4:44 Uhr morgens ein Sprengsatz gezündet, der schwere Schäden an den Unterwasserstützen der Brückenpfeiler verursachte, berichtet die Bild-Zeitung. Der Angriff sei über mehrere Monate vorbereitet worden, so der SBU: «SBU-Agenten verminten die Stützen dieses illegalen Bauwerks.»
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Bei der Operation kamen laut offiziellen Angaben keine Zivilisten zu Schaden. Zum Einsatz kamen demnach 1100 Kilogramm Sprengstoff. Die Explosion soll massive strukturelle Schäden verursacht haben. Es handelt sich bereits um den dritten bekannten Angriff auf das Prestigeprojekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Die Brücke hat nicht nur symbolische Bedeutung – sie ist auch eine zentrale Nachschubroute für russische Truppen auf der Krim und in der Südukraine. Ihre Beschädigung bedeutet nach Angaben westlicher Militärexperten Verzögerungen in der Versorgung der russischen Einheiten sowie erhöhte logistische Belastungen.
Russische Telegram-Kanäle wie «Krim-Wind» berichteten, die Brücke sei für rund zweieinhalb Stunden gesperrt worden, um die Schäden zu untersuchen. Einige russische Quellen vermuten, dass der Angriff mit Unterwasser-Drohnen durchgeführt wurde.
Die Kertsch-Brücke wurde 2018 eröffnet und gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Putins seit der Annexion der Krim 2014.