Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech errichtet als erstes internationales Pharmaunternehmen eine Produktionsanlage für mRNA-Impfstoffe auf dem afrikanischen Kontinent.
In der ruandischen Hauptstadt Kigali soll eine modulare Fabrik entstehen, die künftig auch Impfstoffe gegen Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, HIV und Mpox herstellen soll. Die geplante Produktionsstätte ist Teil eines langfristigen Plans: Bislang werden 99 Prozent aller Impfstoffe in Afrika importiert. Bis 2040 soll dieser Anteil auf 40 Prozent sinken.
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Finanziert wird das Projekt mit bis zu 95 Millionen Euro von der Europäischen Union. Davon stellt die EU-Kommission 35 Millionen Euro als Zuschuss bereit, weitere 60 Millionen Euro kommen von der Europäischen Investitionsbank in Form eines zinsgünstigen Darlehens.
Mit dem Schritt unterstreicht die EU ihren Anspruch, in wichtigen Technologiebereichen auch in Schwellenländern präsenter zu sein und gleichzeitig die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten zu verringern. «Diese Produktionsstätte soll Afrika in die Lage versetzen, gesundheitliche Herausforderungen mit eigenen Mitteln und Fachwissen zu bewältigen», so Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank.