Mit Vollgas in die Nato: Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter bei der Nato, will «nicht das Loch im Donut sein»
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Mit Vollgas in die Nato: Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter bei der Nato, will «nicht das Loch im Donut sein»

Jacques Pitteloud, Botschafter der Schweiz in Belgien und bei der Nato, kommt die Aufgabe zu, «unseren Schweizer Standpunkt» zu vertreten. Dürfen seine Landsleute also davon ausgehen, dass der Diplomat – ähnlich wie Carl Spitteler, der sich mit seiner gleichnamigen Streitrede 1914 gegen die Kriegsrhetorik aller Parteien gewendet hatte – die Neutralität in Brüssel verteidigt?

© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Jacques Pitteloud, Swiss ambassador to the United States, poses for a photograph at the Directorate for Resources, DR, of the Federal Department of Foreign Affairs, FDFA, in Bern, Switzerland, on January 21, 2019
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

Im Interview mit der NZZ erklärt Pitteloud, der als Botschafter in Washington und für den Schweizer Nachrichtendienst tätig war: «Ich bin Patriot.» Und: «Ich will etwas bewegen im Interesse der Schweiz.» Es gehe ihm «nicht um Ideologie oder persönliche Meinung». Sondern um «die Verteidigung der Schweizer Interessen».

Im Interesse Berns ist für Pitteloud, der einst für EWR-Anhänger René Felber arbeitete, eine deutliche Annäherung an die Militärallianz: «Wir sollten mehr mit der Nato üben», so der Diplomat. «Interoperabilität» sei «das Gebot der Stunde».

Pitteloud schwärmt für Schweden und Finnland. Beides Länder, die inzwischen dem Bündnis beigetreten sind. «Die Finnen und die Schweden zeigen, dass es anders geht.»

Zuweilen übernimmt der Diplomat, der von seinen Kritikern schon als «Rambo», «Internationalist» oder «Kriegsgurgel» bezeichnet wurde, gar die Sprache der Nato respektive der USA. «Die Schweiz darf nicht das Loch im Donut sein.»

Zur Erinnerung: Scott Miller, der Ex-Botschafter Washingtons in Bern, bezeichnete die Schweiz 2023 just als ebensolches «Loch» im fettigen Zuckergebäck. Pitteloud weiss: Das westliche Militärbündnis erwarte, «dass wir uns mehr engagieren».

Ein Dorn im Auge sind für den ständigen Vertreter bei der Nato besonders die Unterstützer der Neutralitätsinitiative: Ewiggestrige. «Neutralitätsabsolutisten», «Neutralitätsfetischisten». Leute, die «nur für sich schauen wollen». Die Initiative «wäre fatal», weil sie die «Handlungsfähigkeit des Bundesrats» einschränken würde.

Für Pitteloud kann der Spielraum der Regierung nicht gross genug sein, er träumt bereits von einer Nato-Mitgliedschaft, könnte man meinen. Die Standpunkte des Bündnisses, so der Eindruck, hat sich der Schweizer Botschafter längstens zu eigen gemacht.

Neutralität à la Spitteler? Sie gehört offenbar der Vergangenheit an.

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