Es ist ein Turnier der Superlative: 32 Mannschaften, zwölf Stadien, 900 Millionen Dollar Preisgeld. Teams wie Bayern München, Manchester City, Juventus Turin, Chelsea, Real Madrid, Boca Juniors, River Plate. Eigentlich müssten die Herzen der Fussballfans Luftsprünge machen.
Doch die Emotionen bleiben erstaunlich kühl – ungefähr so kühl wie beim ersten Eishockeytestspiel im August, wenn in Bäretswil der EHC Olten gegen Mannheim spielt.
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Trotzdem setzt die erste Klub-WM der Fifa im XXL-Format Massstäbe – und sie hält der Welt den Spiegel vor, wer die Macht im internationalen Fussball übernommen hat: Saudi-Arabien.
Das Königreich, als Veranstalter der WM 2034 mittelfristig das Kernland des Fussballs, macht es erst möglich, dass der Ball bis zum 13. Juli in den grössten amerikanischen Stadien rollt. Durch seine Beteiligung am Streamingdienst DAZN setzte es jenes Geld frei, das dem Wettbewerb seine Existenzberechtigung erst gibt.
Doch die Medaille hat ihre Kehrseite. Der Event findet ausgerechnet in jener Phase der Saison statt, in der die Topspieler aus den grossen Ligen ein paar Wochen Erholung hätten – beim bereits überfrachteten Kalender ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ausserdem kollidiert das Turnier mit der Uefa-Euro der Frauen – ein Affront, den sich der Weltverband eigentlich nicht leisten dürfte.
Überhaupt kann die Klub-WM als Frontalangriff der Fifa auf die Uefa-Champions-League verstanden werden. Damit verletzt der Weltverband (und sein Präsident Gianni Infantino) ein ungeschriebenes Gesetz: Die Fifa ist für die Verbände und die Nationalteams zuständig; die Konföderationen (Kontinentalverbände wie die Uefa) organisieren die internationalen Klubwettbewerbe.
Letztlich werden solche Kritikpunkte aber durch die Geldmassen weggeschwemmt – und auch die geringe Ticketnachfrage und die fehlende sportliche Leistungsdichte können die Laune nur auf den ersten Blick trüben.
Zwar verloren die neuseeländischen Amateure aus Auckland ihr Startspiel gegen Bayern München 0:10. Dennoch wird für sie diese Partie in ewiger Erinnerung bleiben. Und der eine oder andere ihrer Feierabendkicker dürfte auch ein Erfolgserlebnis gefeiert haben – beim Trikottausch. Einziger Wermutstropfen: Bayern-Star Thomas Müller hatte nicht für jeden Neuseeländer ein Shirt eingepackt.