Der deutsche Staatssender ZDF hakte die obligate Scheinverurteilung des Attentats an Charlie Kirk mit einem knappen «Dass es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen» ab – nur um dann wortreich seine «oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen» zu beklagen. Weiter wird der ermordete Familienvater als «rechtsradikaler Aktivist», «extremer Influencer» und «radikal-religiöser Verschwörungsanhänger» verschmäht.
Ähnlich niederträchtig relativiert das Schweizer Staatsfernsehen die Schandtat. Für SRF scheint es nicht einen Täter und ein Opfer zu geben. Vielmehr würden sich die «politischen Gegner» in den USA «gegenseitig hassen». In der «inneramerikanischen Auseinandersetzung» gebe es eine «Gewaltspirale». Zudem sei Kirk ein «Rechtspopulist», ein «Radikalisierer» und ein «rechtsextremer Influencer» gewesen, der nicht von der «Verbreitung populistischer Verschwörungstheorien» zurückgeschreckt sei. Einem Mordopfer derart entehrende Vorwürfe ins Grab zu legen, gehört schwerlich zum Auftrag des öffentlichen Medienhauses.
Dafür vollbringt SRF das Kunststück, Donald Trump für den Mord mitverantwortlich zu machen: «Trump hat die Eskalation massgeblich vorangetrieben, in dem (sic) er die Beschimpfung politischer Gegner auf eine ganz neue Ebene hob», erfahren wir von SRF-Nordamerika-Korrespondent Andrea Christen.
Solche Verharmlosungen und Schuldumkehrungen wären im Falle von George Floyd undenkbar gewesen. Weder seine Verurteilungen wegen bewaffneten Raubüberfalls und Drogenhandels noch seine zahllosen Haftstrafen wurden damals bei SRF erwähnt. Man hielt sich andachtsvoll an den «de mortuis nihil nisi bene»-Kodex und erhob ihn in Dissonanz zu seiner gesamten Biografie zum Heiligen und Märtyrer einer weltweiten Bürgerrechtsbewegung.
Zu wenig Zensur für SRF
Was den Staatssender mehr zu empören scheint als das Attentat ist die «dürftige Moderation» der sozialen Medien. Charlie Kirks Mord habe nämlich «extreme Wortmeldungen» ausgelöst. Diese reichten «von ungefiltertem Hass und Gewaltaufrufen bis zu fixfertigen Schuldzuweisungen». Für SRF ist deshalb klar: «Eigentlich sollten die Plattformen, auf denen die Inhalte verbreitet werden, reagieren: Kommentare moderieren und allfällige extreme Posts sogar löschen.»
Solche Forderungen zeigen das verzweifelte Bestreben, den medialen Strukturwandel aufzuhalten. Plattformen von X bis Tiktok haben das Monopol der herkömmlichen Medien über die Informationsverbreitung längst zerschlagen. Information fliesst frei, Journalisten entscheiden nicht mehr allein darüber, was der Bürger erfahren darf. Der als Moderationswunsch verklausulierte Ruf nach Zensur der sozialen Medien ist also bloss ein standespolitischer Selbsterhaltungsreflex einer Zunft, die ihrem Einfluss nachtrauert.
So schweigt sich SRF bis heute eisern über den Mord an der Ukrainerin Iryna Zarutska in Charlotte, North Carolina, aus. Dass ein schwarzer Mann eine weisse Frau in einer Stadtbahn niedersticht, scheint nicht in die Agenda des Staatsfernsehens zu passen. Gäbe es kein Social Media, hätte man womöglich nie davon erfahren. Es ist nämlich nicht anzunehmen, dass die privaten Medien, die ebenfalls links der Mitte stehen, diesen Fall (und zahlreiche andere) aufgegriffen hätten, wären sie nicht durch X unter Zugzwang geraten.
In seiner Selbstwahrnehmung ist SRF die Kathedrale der neutralen und ausgewogenen Berichterstattung. Sieht man sich allerdings die Berichterstattung der letzten Jahre an, kommt man unweigerlich zum Schluss: In dieser Kathedrale sitzen längst Ungläubige.