Russland plant einen vorübergehenden Stopp von Benzinexporten, um steigende Inlandpreise zu bremsen und die Versorgung zu sichern. Vizepremier Alexander Nowak habe das Energieministerium angewiesen, ein entsprechendes Verbot für den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Juli 2026 auszuarbeiten, teilte die Regierung mit.
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Die Massnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender wirtschaftlicher Spannungen. Nach Angaben des Onlineportals Merkur sind die russischen Treibstoffpreise im Herbst 2025 deutlich gestiegen, belastet durch Kriegskosten, Inflation und sinkende Realeinkommen. Bereits im September hatte Moskau Exporte eingeschränkt, diese aber Anfang 2026 für grosse Anbieter wieder gelockert. Nun zieht der Staat erneut die Bremse – zu Lasten einer wichtigen Einnahmequelle.
Parallel dazu verschärft sich die Lage bei der Energieinfrastruktur. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs griffen ukrainische Kräfte Ende März mehrere Ziele in Russland an. Betroffen gewesen sein sollen unter anderem ein Sprengstoffwerk in der Region Samara sowie eine Raffinerie in Jaroslawl. In beiden Fällen wird von Explosionen und Bränden berichtet, die Bedeutung der Anlagen für militärische Logistik wird hervorgehoben. Russische Behörden sprechen teilweise von abgewehrten Angriffen und bestreiten grössere Schäden.
Die Raffinerie in Jaroslawl verarbeitet jährlich rund fünfzehn Millionen Tonnen Erdölprodukte, darunter Benzin und Diesel. Angriffe auf solche Anlagen zielen darauf ab, die Treibstoffversorgung des russischen Militärs zu stören und zugleich Exporterlöse zu schmälern.
Der geplante Exportstopp ist damit Teil einer doppelten Entwicklung: innenpolitischer Preisdruck und zunehmende Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Beide Faktoren erhöhen den Druck auf Moskaus Energiesektor.