Nach achtzig Jahren wieder deutsche Soldaten in der Ukraine: Die deutsche «Führung» scheint unfähig zu sein, Risiken zu erkennen, geschweige denn zu beurteilen
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Nach achtzig Jahren wieder deutsche Soldaten in der Ukraine: Die deutsche «Führung» scheint unfähig zu sein, Risiken zu erkennen, geschweige denn zu beurteilen

Dieser Text erschien zuerst auf Voicefromrussia.ch.

Am Samstag, 23. September, berichteten russische Medien, dass ein russischer Aufklärungstrupp an der Front um Saporischschja einen ukrainischen Leopard-Panzer mit einer Panzerabwehrrakete zerstört habe.

Die Aufklärer untersuchten den Panzer und stellten fest, dass der Fahrer als Einziger noch am am Leben war.

Als er die russischen Soldaten erkannte, fing er an zu schreien: «Nicht schiessen!» Das kommt nicht selten vor in einer solchen Situation. Doch dieser Panzerfahrer tat das so, wie es hier steht, also auf Deutsch.

Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Assault unit commander from the 3rd Assault Brigade who goes by the call sign 'Fedia,' passes by the body of a dead Russian soldier at the frontline in Andriivka, Donetsk region, Ukraine, Saturday, Sept
Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Der russische Truppführer verstand Deutsch. Er befahl, den Fahrer zu bergen und zu versorgen. Der Sanitäter gab auf Grund der Schwere der Verletzungen dem deutschen Soldaten nur noch wenige Minuten. Der Truppführer sprach mit ihm und erfuhr dabei, dass die gesamte Besatzung aus deutschen Soldaten bestand. Sie seien keine Söldner, sondern Angehörige der deutschen Bundeswehr. Zur Bestätigung nannte der Sterbende seine Einheit und wo sie stationiert gewesen sei.

Es ist davon auszugehen, dass diese Information vor der Veröffentlichung mehrfach überprüft wurde. Und ebenso darf als gesichert angenommen werden, dass dieser Vorfall Einfluss auf die weitere Planung der russischen Militärführung haben wird.

Befindet sich die Nato im Krieg mit Russland?

Diese Frage stellte unser Blog bereits Anfang Februar im Artikel «Schlafwandler am Werk: Der 3. Weltkrieg hat wohl bereits begonnen». An dieser Stelle zitiere ich aus diesem Artikel einen Satz: «Die Antwort auf die Frage, ob Krieg herrscht, ergibt sich allein aufgrund des Handelns der Parteien und nicht aufgrund derer Aussagen.» (Voicefromrussia – Februar 2023)

Es gibt Definitionen, ab wann sich Staaten im Krieg befinden. Doch wenn wir uns diese anschauen und mit dem Handeln der deutschen Regierung vergleichen, so kann man mit Fug behaupten, dass Deutschland seit Februar 2022 eine rote Linie nach der anderen überschritten hat. Mehrere dieser Übertretungen können als Kriegsbeitritt gewertet werden.

So schrieb die «Tagesschau» bereits am 2. Mai 2022:

«Erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei beziehungsweise Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen.» (Deutsche «Tagesschau» – 2. Mai 2022)

Diese Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundstages stammt vom März 2022. Trotz dieser Expertise fasste die Bundesregierung unmittelbar darauf den Beschluss zur Ausbildung ukrainischer Soldaten an deutschen Panzern.

Die Ausbildung von ukrainischen Soldaten in den Nato-Armeen läuft seit langem auf Hochtouren. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sei es im unter amerikanischer Kontrolle stehenden Grafenwöhr, sei es direkt bei der Bundeswehr: Ausbildung an Panzern vom Typ Leopard 1 und 2 und Flugabwehrpanzer Gepard – ein deutsches Gerät.

Zurück zum zerstörten deutschen Panzer mit deutscher Besatzung vor Saporischschja. Über diesen Vorfall wurde in den sich als führend bezeichnenden Medien Deutschlands kein Wort verloren.

Aufgrund der «Qualität» der führenden Medien in Deutschland kann man jedoch in keiner Weise daraus schliessen, dass dieser Vorfall nicht stattgefunden hat.

«Nicht Söldner, sondern offizielle deutsche Truppen kämpfen in der Ukraine.»

Es ist davon auszugehen, dass diese Information nicht zufällig in offiziellen russischen Medien veröffentlicht wurde. Damit ist die Nachricht in der Welt. Das deutsche Verteidigungsministerium wird sich hüten, dieses tragische Ereignis offiziell zu thematisieren, geschweige denn zu bestätigen. Denn damit wäre die Katze aus dem Sack.

An dieser Stelle sei noch an ein Ereignis vom Juni 2023 erinnert; auch vom Frontabschnitt Saporischschja. Damals kursierte im Internet dieses Video.

Zu sehen ist ein ukrainischer Panzer Leopard 2 A6. Die Aufnahmen werden von einem Besatzungsmitglied während der Fahrt gemacht. Ins Bild kommt auch der Kommandant. Dieser trägt eine deutsche Bundeswehruniform. Auch seine Körperhaltung und -sprache erinnert eher an einen Deutschen als einen Ukrainer.

Dieser Vorfall wurde von den deutschen Medien ebenfalls nicht aufgegriffen.

Befindet sich somit Deutschland im Krieg mit Russland?

Es spricht vieles dafür, dass die deutsche Regierung offenbar nicht nur geneigt ist, weitere rote Linien zu überschreiten, sondern dies bereits getan hat.

Wenn sich die Eingangsmeldung als wahr herausstellen sollte, dann steht zu befürchten, dass der Konflikt weiter eskalieren könnte.

In einem Interview vom Ex-CIA-Analysten Larry Johnson vom 25. September 2023 schloss dieser auf Grund der Politik der Nato und insbesondere auch der europäischen Nato-Mitglieder nicht aus, dass sich die Kampfhandlungen auf Polen und Deutschland ausweiten könnten (ab 22:30 min).

Es scheint der deutschen Regierung und all den anderen Regierungen der Nato-Staaten offenbar vollständig das Verständnis dafür abhanden gekommen zu sein, dass es nicht an ihnen ist, zu bestimmen, ob sich Deutschland oder die Nato mit Russland im Krieg befindet. Derjenige, der das zu bestimmen hat, sitzt im Kreml.

Das westliche Politpersonal sollte sich besinnen und alles dafür tun, dass die Diplomatie in den Stand versetzt wird, Probleme und Streitigkeiten mit anderen Staaten auf Augenhöhe am Verhandlungstisch zu lösen, damit der russische Präsident die oben gestellte entscheidende Frage nicht eines Tages bejahen muss.

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