Nach seinen Aussagen über den getöteten US-Konservativen Charlie Kirk steht ZDF-Korrespondent Elmar Thevessen unter Druck. Der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, forderte, dem langjährigen Journalisten das US-Visum zu entziehen. Thevessen sei ein «radikaler linker Deutscher», der zur Gewalt gegen Andersdenkende aufrufe, schrieb Grenell auf X. «Für solche Aufwiegler ist in Amerika kein Platz.»
Anlass der Empörung sind Aussagen Thevessens in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Dort hatte der Leiter des ZDF-Studios in Washington unter anderem gesagt, Kirk habe die Steinigung von Homosexuellen gefordert und gesagt, Frauen müssten sich unterwerfen und Schwarze nähmen Weissen die Jobs weg. Das ZDF räumte gegenüber der Welt ein, dass «mehr Sorgfalt hätte walten müssen». Thevessen selbst bedaure, «nicht ausführlicher gewesen zu sein».
Die betreffende Passage bezog sich auf Kirks Bezugnahme auf eine Bibelstelle, die die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen vorsieht – ein umstrittener, oft zitierter Punkt in Kirks öffentlichen Debatten. Das ZDF erklärte der Welt: «Elmar Thevessen hat in der ‹Markus Lanz›-Sendung (…) dargelegt, dass Charlie Kirk zwar sehr harte, rechte Ansichten vertritt, sein ‹wichtigster Anspruch› aber war, dass er ‹dies in der Debatte gemeinsam ausfechten› will.»
Ob US-Behörden auf Grenells Aufruf reagieren, liess das ZDF offen. Die Sendeanstalt betonte: «Die Arbeit von Elmar Thevessen ist durch die Pressefreiheit geschützt – in Deutschland wie in den USA.»