Es gibt die Dinge, die gehören zu einem Land, ob sie einem passen oder nicht. Etwa die Berge zur Schweiz, die katholische Kirche zum Vatikan oder die BBC zu Grossbritannien. Umso schmerzlicher ist die Erkenntnis, wenn sie sich nicht ganz so verhalten, wie sie eigentlich sollten.
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Die «Beeb» liefert dafür seit einiger Zeit ein unrühmliches Exempel. Denn sie entwickelte einen Hang zur Unausgewogenheit: Was von links kommt im politischen Spektrum, gilt als gegeben. Alles bürgerlich Gemässigte ist des Teufels. Nur eine kleine Auswahl aus einer Reihe von Beispielen: Die BBC-Führung stand während Jahren zu diesem unerträglichen Fussballkommentator Gary Lineker, der den Prominentenstatus beim Sender für sein Geschwurbel gegen eine angeblich rechtsextreme Bedrohung missbrauchte. Oder das BBC-Fernsehen pflegt bei der Gaza-Berichterstattung einseitig harsche Israel-Kritik und übernimmt gerne den Hamas-Standpunkt, ohne dies zu deklarieren.
Zum Eklat hat nunmehr endlich eine vor Jahresfrist absichtlich verfälschte Rede von US-Präsident Donald Trump geführt. Sie unterstellte fälschlicherweise, er habe seine Anhänger zum Sturm aufs Kapitol aufgerufen. All diese Fehlleistungen wurden immer wieder kritisiert – ohne personelle Konsequenzen. Erst jetzt sind der Konzernchef und die Nachrichtenchefin zurückgetreten.
Wer immer ihnen folgt, hat es schwer: Entweder wird der einseitige Kurs fortgesetzt. Oder es muss sich die Führung gegen Tausende von BBC-Medienschaffenden durchsetzen, die nicht daran denken, sich auf die traditionelle Ausgewogenheit zu besinnen – eine schier unmögliche Aufgabe.