Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten soll ab dem 1. Mai 2026 vorläufig angewendet werden. Die EU-Kommission teilte mit, damit werde ein zentraler Schritt zur Umsetzung des Vertrags vollzogen.
Voraussetzung dafür ist, dass alle südamerikanischen Partnerländer das Abkommen ratifiziert haben. Zuletzt billigte Paraguay den Vertrag; zuvor hatten bereits Argentinien, Brasilien und Uruguay ihre Verfahren abgeschlossen. Der Deal war Anfang Jahr nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden.
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Ziel des Abkommens ist der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen. Davon sollen insbesondere europäische Industrien wie Autohersteller, Maschinenbauer und die Pharmabranche profitieren. So liegt der Zoll auf Autoexporte in Mercosur-Staaten derzeit bei rund 35 Prozent. Mit dem Abkommen sollen solche Hürden schrittweise entfallen und der Handel deutlich ausgeweitet werden.
Ein formelles Inkrafttreten dürfte sich jedoch verzögern. Das Europäische Parlament hat beschlossen, den Vertrag vor einer endgültigen Zustimmung vom Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen. Solche Verfahren können laut Angaben aus Luxemburg zwischen 16 und 26 Monaten dauern.
Kritik kommt von Gegnern des Abkommens, die Nachteile für Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzstandards befürchten. Zudem wird bemängelt, dass die Vereinbarung ohne Einstimmigkeit aller EU-Staaten umgesetzt werden könnte. Die EU-Kommission weist diese Vorwürfe zurück und sieht im Abkommen vor allem wirtschaftliche Chancen.
Mit der vorläufigen Anwendung will die EU dennoch rasch Fakten schaffen. Für Unternehmen beginnt damit eine neue Phase im Handel mit Südamerika.