Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft wird kurz vor der EM im eigenen Land mit 1:7 vom Platz gefegt. Der Gegner: 14-jährige Buben des FC Luzern, also noch Kinder.
Diese Pleite geht viral und beherrscht die Schlagzeilen der Medien. Das ist doppelt peinlich, weil der Schweizerische Fussballverband den Auftritt verheimlichen wollte. Nur dank dem Tiktok-Film eines Jungkickers erfuhr die Öffentlichkeit davon. Inzwischen ist auch dieser Film gelöscht.
Doch die Verantwortlichen haben einen Komplizen: das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Dort erfährt man von der Niederlage – im Gegensatz zu privaten Medien – kein Wort. Man liest stattdessen von einer «Newcomerin, die ‹nichts zu verlieren hat›», die die Tore schiesst, «wenn sie die Chance kriegt», und man hört die Klage: «Kaum zu glauben: Frauen tragen grösstenteils noch immer Männer-Fussballschuhe.»
Auch sonst vernimmt man bei SRF keinen kritischen Ton, während der Blick und andere von Querelen, Qualen, Problemen rund um die Frauen-Nati berichten. Der gebührenfinanzierte Sender, so der Eindruck, begleitet die Fussballfrauen nicht journalistisch, sondern als PR-Partner.
Zuschauer mögen sich noch erinnern: Von einem Tag auf den anderen erklärte SRF vor einiger Zeit, man wolle den Frauenfussball nun gross zum Thema machen. Seither werden wir damit überflutet.
Der Entscheid – das illustriert die Schande von Luzern – war wohl eher politisch als sportlich motiviert. Am Niveau der Fussballkunst kann es kaum liegen, wenn weibliche Profis, die beim FC Barcelona etc. spielen, gegen Schulkinder aus der Innerschweiz derart eins aufs Dach kriegen.
In anderen Sportarten ist das anders: Skirennfahrerin Lara Gut raste beim Super-G in Sun Valley geschlechtsübergreifend auf Rang zehn. 14-jährige Jungs hätten keine Chance gegen sie.
Die Frage drängt sich deshalb auf: Was taugt der Frauenfussball? Geht es um sportliche Leckerbissen und Leistung oder um einen künstlich gepushten Hype? Diskutieren Sie mit in unseren Leserkommentaren.