Die frühere GLP-Politikerin Sanija Ameti, die im Januar vom Bezirksgericht Zürich verurteilt wurde, weil sie im September 2024 auf ein Marienbildnis mit Jesuskind geschossen und dies auf Instagram breitgetreten hatte, zeigt sich uneinsichtig. Am Mittwoch wurde nämlich bekannt, dass sie mit dem gegen sie gefällten Urteil wegen «Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit» nicht klarkommt und das Verdikt vor dem Obergericht anfechten will. Ameti war zu einer bedingten Geldstrafe und 500 Franken Busse verurteilt worden.
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Dabei erwog sie gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel etwas vollmundig, für fünf Tage ins Gefängnis gehen zu wollen. Jetzt hat sie sich offensichtlich anders besonnen.
Natürlich ist das ihr gutes Recht, in die Berufung zu gehen. Aber man fragt sich halt schon, ob es wirklich nötig ist, dass sich jetzt auch eine höhere Gerichtsinstanz mit dieser geschmacklosen Provokation auseinandersetzen muss. Die ehemalige grünliberale Politikerin und Operation-Libero-Co-Präsidentin – sie hat alle entsprechenden Ämter nach dem Vorfall niedergelegt – scheint auch nach der ersten Verurteilung in Zürich keine Einsicht gewonnen zu haben, dass sie hier die Gefühle vieler Menschen in diesem Land verletzt hat. Statt Gras über die Sache wachsen zu lassen, zieht sie den Fall weiter.
Ameti hat einen Fehler begangen, dafür ist sie bestraft worden. Dass sie jetzt die Geschichte noch weiter durchstieren will, macht die Sache nicht besser.