Kuba bereitet sich auf einen möglichen US-Militäreinsatz vor. Der kubanische Vize-Aussenminister Carlos Fernández de Cossio sagte in einem Interview mit NBC News: «Es wäre naiv, eine militärische Aggression der Vereinigten Staaten auszuschliessen.»
Die Aussage folgt auf jüngste Äusserungen von US-Präsident Donald Trump, der eine «Übernahme» der sozialistischen Insel angedeutet hatte. Havanna reagiert darauf mit erhöhter militärischer Bereitschaft. Laut Fernández ist das kubanische Militär grundsätzlich auf mögliche Angriffe vorbereitet, derzeit würden jedoch konkrete Massnahmen im Kontext der aktuellen Spannungen ergriffen.
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Gleichzeitig betont die Regierung ihre Souveränität. «Kuba ist ein souveräner Staat», sagte Fernández. «Kuba würde es nicht akzeptieren, ein Vasallenstaat oder ein von einem anderen Staat abhängiges Land zu werden.»
Parallel zur militärischen Vorbereitung laufen diplomatische Kontakte. Washington und Havanna führen laut Bericht geheime Gespräche, Details dazu werden jedoch nicht bekanntgegeben. Klar ist laut kubanischer Seite, dass grundlegende politische Strukturen nicht zur Disposition stehen. Das Einparteiensystem soll unangetastet bleiben.
Seit der Revolution von 1959 sind die Beziehungen zwischen den USA und Kuba belastet. Unter Trump haben sich die Konflikte weiter verschärft, unter anderem durch ein verschärftes Ölembargo, das die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage auf der Insel weiter verschlimmert hat.
Hinzu kommt eine akute Versorgungskrise. Innerhalb einer Woche kam es zuletzt zu zwei landesweiten Stromausfällen. Die Kombination aus wirtschaftlichem Druck, politischer Isolation und militärischer Drohkulisse erhöht die Instabilität weiter.