Nach einem Drohnenangriff der Ukraine auf die russische Druschba-Ölpipeline hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán US-Präsident Donald Trump brieflich kontaktiert. Der Angriff traf Mitte August einen Teil der Pipeline, die russisches Öl unter anderem nach Ungarn und in die Slowakei liefert.
In seinem Brief an Trump bezeichnete Orbán den Angriff als «sehr unfreundlichen Schritt», zumal Ungarn die Ukraine bisher mit Strom und Benzin versorgt habe. «Im Gegenzug bombardieren sie die Pipelines, die uns versorgen», so der ungarische Ministerpräsident.
In dem Schreiben hebt Orbán zudem den Zeitpunkt des Angriffs hervor. Dieser ereignete sich nur wenige Tage vor dem Treffen zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska. Trumps Antwort auf Orbáns Brief erfolgte handschriftlich: «Viktor, ich höre das nicht gern, ich bin sehr wütend darüber. Sag es der Slowakei. Du bist mein guter Freund.»
Sowohl Ungarn als auch die Slowakei befürchten laut dem Nachrichtenmagazin Politico vorübergehende Ausfälle bei der Energieversorgung. In einem gemeinsamen Schreiben an die EU-Kommission fordern die beiden Staaten eine Stellungnahme aus Brüssel.
Der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó erklärte: «Brüssel muss verstehen: Sie sind die Europäische Kommission, nicht die ukrainische Kommission.»