Christian Dürr will als FDP-Chef zurücktreten und den gesamten Vorstand im Mai neu wählen lassen. Dies berichtet Politico. Demnach soll neben dem Präsidium auch der Bundesvorstand auf einem Bundesparteitag neu bestimmt werden. Eine Abstimmung im Bundesvorstand dazu läuft derzeit.
Auslöser sind mehrere Wahlniederlagen der Liberalen. Bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz erreichte die FDP am Sonntag 2,1 Prozent der Stimmen. Zuvor kam sie in Baden-Württemberg auf 4,4 Prozent. In beiden Ländern verpasste die Partei den Einzug in die Parlamente. Bereits bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war die FDP an der 5-Prozent-Hürde gescheitert.
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Innerhalb der Partei wächst der Druck auf die Führung. Mehrere liberale Politiker forderten am Sonntag den Rücktritt der Parteispitze, darunter die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie sagte dem Tagesspiegel: «Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert.»
Auch die Jungen Liberalen drängen auf Veränderungen. Ihr Vorsitzender Finn Flebbe sagte dem Portal The Pioneer: «Wir brauchen einen inhaltlichen und personellen Neuanfang.» Dürr und Generalsekretärin Nicole Büttner hätten es nicht geschafft, «klarzumachen, wofür die FDP heute eigentlich steht». Zudem erklärte Flebbe: «Wir müssen respektieren, dass uns die Wähler offenbar keine Kompetenz mehr für die Lösung der Probleme in diesem Land zutrauen.»