Nachwuchs? Fehlanzeige! Wir bekommen nicht nur zu wenige Kinder, wir treiben auch immer mehr ab
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Nachwuchs? Fehlanzeige! Wir bekommen nicht nur zu wenige Kinder, wir treiben auch immer mehr ab

Die Schweiz hat ein demografisches Problem. Das weiss inzwischen jeder. Die Fertilitätsrate liegt bei 1,2 Kindern pro Frau – nötig wären 2,1 für eine stabile Bevölkerung. Die Gesellschaft altert rasant, der Fachkräftemangel trifft Spitäler, Unternehmen und Forschung. Eine echte Debatte darüber bleibt aus.

© KEYSTONE / GAETAN BALLY
Ein neugeborenes Maedchen liegt neben seiner Mutter nach einer Kaiserschnittgeburt, aufgenommen am 19
© KEYSTONE / GAETAN BALLY

Was kaum einer sagt: Wir bekommen nicht nur zu wenige Kinder – wir treiben auch immer mehr ab. Das Bundesamt für Statistik meldete für 2024 einen neuen Höchststand: 12.434 Schwangerschaftsabbrüche. Gleichzeitig gingen die Geburten massiv zurück. Die politische und mediale Schweiz schaut weg. Nicht einmal ein kurzer Hinweis in der «Tagesschau».

Wenn wir jedoch nicht mehr Kinder bekommen, gibt es irgendwann keine Schweiz mehr. Wer in den nächsten Generationen soll denn noch Schweizerdeutsch sprechen – geschweige denn unsere Neutralität und unsere Traditionen verteidigen? Seit 1970 sinkt die Geburtenziffer. Vermutlich war sie seit 1291 nie tiefer. Aber das Motto in Politik und Medien lautet: Schweigen oder schönreden.

Ein besonders zynisches Beispiel: Der Blick veröffentlichte ausgerechnet in diesen Tagen die Geschichte einer Frau, deren Arzt sie – horribile dictu – nicht aktiv zur Abtreibung motivierte. Das wurde empört als Skandal aufbereitet. Der eigentliche Skandal ist jedoch: Niemand will hören, dass viele Frauen den Schwangerschaftsabbruch gar nicht wollen, den sie vornehmen lassen.

Viele ungeplant Schwangere wollen ihr Kind behalten – sie schaffen es nur nicht allein. Denn was öffentlich gern als «Selbstbestimmung» etikettiert wird, ist in Wahrheit oft das Resultat von Druck: wirtschaftlich, sozial, emotional. Nicht der Wille oder die Überzeugung führen zur Abtreibung – sondern das Gefühl, keine Alternative zu haben. Und wo es keine Alternative gibt, gibt es keine Wahlfreiheit.

Diese reale neue Unfreiheit der Frau blenden viele aus – wohl auch deshalb, weil an der Abtreibung viele gut verdienen. «Sexuelle Gesundheit Schweiz», staatlich alimentiert mit 793.000 Franken pro Jahr, ist offizieller Partner der «Planned Parenthood Federation», dem grössten Abtreibungskonzern der Welt. Die feiern über 5,9 Millionen Abtreibungen pro Jahr als «Erfolg».

Was wir brauchen, ist nicht eine Diskussion über die 10-Millionen-Schweiz – sondern darüber, ob wir überhaupt noch Schweizer Kinder in zehn Generationen haben werden. Denn wer nicht geboren wird, fehlt. Für immer.

Matthias Jean-Marie Schäppi (38) ist Geschäftsführer von 1000plus Schweiz, einer gemeinnützigen Organisation, die jährlich Hunderte Frauen im Schwangerschaftskonflikt berät – kostenlos, vertraulich und lebensbejahend. 

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