Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor einem «Energieschock» infolge der Eskalation im Nahen Osten. Dies würde Deutschland in einer ohnehin fragilen Lage treffen, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Besonders betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. Für Europa bedeute die Entwicklung steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und zusätzliche Investitionsunsicherheit, erklärte Grimm. Analysten hielten einen Ölpreis von mehr als 100 Dollar pro Barrel für möglich, falls die Strasse von Hormus faktisch gesperrt bleibe.
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Zuvor hatte ein General der iranischen Revolutionsgarden damit gedroht, jedes Schiff zu zerstören, das die Strasse von Hormus passieren wolle. Man werde auch Ölpipelines angreifen und nicht zulassen, dass «auch nur ein Tropfen Öl die Region verlasse», hiess es im Onlinedienst Telegram.
Die Strasse von Hormus gilt als zentrale Route für den weltweiten Öltransport. Eine Blockade hätte weitreichende Folgen für die globalen Energiemärkte.
Die EU-Kommission kündigte unterdessen an, einen Energie-Krisenstab mit den Mitgliedstaaten einzurichten. Dieses Gremium soll mögliche Reaktionen auf schnell steigende Öl- und Gaspreise vorbereiten. Ziel ist es, kurzfristige Versorgungsengpässe und starke Preisschwankungen besser abzufedern.