Die Kriegsstrategie der Islamischen Republik Iran setzt auf Ausdauer statt auf einen schnellen Sieg. Ihre eigentliche Stärke liegt in der Fähigkeit, Gegnern dauerhaft Kosten zuzufügen und sie zu zermürben. Raketen, Drohnen, Cyberangriffe und ein Netzwerk verbündeter Terrormilizen rund um Israel sind Teile der Abnutzungsstrategie.
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Wirtschaftskrise hin oder her: Das Geld geht den Mullahs nicht aus. Das Raketen- und Atomprogramm sowie die Unterstützung regionaler Verbündeter finanzieren sie vor allem über Ölexporte. Trotz internationaler Sanktionen bleiben diese Einnahmen erstaunlich stabil. Ein grosser Teil des iranischen Öls wird – meist allerdings zu deutlich reduzierten Preisen – nach China verkauft.
Während Teherans Kriegsführung kaum zeitliche Grenzen gesetzt sind, wächst in Jerusalem und Washington hinter den Kulissen die Sorge vor einem Konflikt ohne klar definiertes Ende. Einige ranghohe israelische Beamte warnen bereits, dass ein eskalierender und zeitlich offener Krieg nicht nur die Region destabilisieren, sondern auch erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben könnte.
Ähnlich in den USA: Der Krieg ist politisch stark umstritten und in der Bevölkerung mehrheitlich unpopulär, insbesondere bei Demokraten und unabhängigen Wählern. Kritiker bemängeln vor allem eine fehlende klare Kriegsbegründung, die Gefahr eines neuen «endlosen Krieges» im Nahen Osten sowie mögliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen.
Zwar haben Israel und die USA Ziele formuliert – vor allem das Ende des iranischen Regimes und die Zerstörung seiner nuklearen und ballistischen Fähigkeiten –, doch die politische Definition des Kriegsendes bleibt unklar.
Die Entscheidung über ein mögliches Ende der Angriffe hängt jetzt massgeblich von Washington ab. Trump stellt den bisherigen Verlauf des Krieges als militärischen Erfolg dar. Die Operation «Epic Fury» verlaufe «weit vor dem Zeitplan», erklärte er, und das iranische Regime sei bereits stark geschwächt.
Gleichzeitig bekräftigt er seine Forderung nach einer «bedingungslosen Kapitulation» des Iran. Damit meint er einen Zustand, in dem Teheran militärisch nicht mehr in der Lage ist, den Krieg fortzusetzen.
Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält sich mit konkreten Aussagen über ein mögliches Kriegsende zurück. Er kündigte lediglich an, Israel werde bis zu einem von ihm genannten «Moment der Wahrheit» voranschreiten. Doch die Entscheidung fällt nicht in Jerusalem, sondern in Washington – und dort nimmt die Ungeduld gegenüber dem Krieg im Nahen Osten spürbar zu.
In Israel geht man davon aus, dass es noch Wochen dauern könnte, bevor Trump das Ende proklamiert. Es könnte aber ebenso jederzeit plötzlich vorbei sein und Trump Israel überraschend vor vollendete Tatsachen stellen.