Nationalratspräsidentin Maja Riniker (FDP) hat sich nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine tief beeindruckt von der Lage vor Ort gezeigt. «Die Ukrainerinnen und Ukrainer kämpfen jeden Tag an der Front auch für uns in Europa, für unsere gemeinsamen Werte. Da verlieren jeden Tag einige Soldaten das Leben – auch für uns», sagte sie im Interview mit Watson.ch. Während ihrer mehrtägigen Reise traf sie Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Parlamentarier in Kiew und besuchte Schweizer Hilfsprojekte in Charkiw.
Die Nähe zur Front war spürbar: In der Nacht wurde Riniker in Winnyzja wegen eines Luftalarms in den Bunker geschickt. Trotzdem habe sie sich nie unsicher gefühlt, wie die Weltwoche berichtete. «Natürlich: Das ist nicht vergleichbar mit einem Spaziergang auf dem Gurten, aber Angst hatte ich nie», erklärte sie. Die Zivilbevölkerung hingegen leide seit fast vier Jahren unter der ständigen Bedrohung.
Riniker verteidigte vor Ort auch die Schweizer Neutralitätspolitik, die keine Waffenlieferungen an die Ukraine erlaubt. Das Thema sei angesprochen worden, aber nach ihrer Erklärung ohne Spannungen abgeschlossen worden. Die Schweizer Hilfe sei sichtbar und werde im Land hochgeschätzt – etwa bei Projekten zum Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur oder zur Ausbildung von Fachkräften.
Besonders berührend war für Riniker die Begegnung mit Kriegsversehrten, die dank Schweizer Hilfe wieder am sozialen Leben teilnehmen können, sowie der Besuch von Schulprojekten, die Kindern nach Pandemie und Krieg ein Stück Normalität zurückgeben. Auf dem Maidan sei sie von den vielen Fähnchen für gefallene Soldaten tief erschüttert worden: «Das hat mich mitgenommen. Wir sind zur Solidarität verpflichtet.»