Die Wahl des konservativen Kandidaten Karol Nawrocki hat bei zahlreichen linken Politikern und Kommentatoren Empörung ausgelöst, berichtet das Onlineportal Apollo News.
Georg Restle, Moderator des ARD-Magazins «Monitor», sprach auf X von einer «Katastrophe für Demokratie und Rechtsstaat in Polen, für ein Europa, das immer tiefer gespalten ist.» Auf Kritik reagierte Restle mit einem Vergleich, der für Aufsehen sorgte: «Auch der Sieg der Nazis in Deutschland war das Ergebnis einer Wahl und deren Folgen. Demokratie ist mehr als nur ein Verfahren.»
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Auch Katrin Göring-Eckardt (Grüne) zeigte sich enttäuscht und twitterte, Polen sei nun «ein gespaltenes Land» – und das sei eine schwere Zeit für «alle, die die Freiheit lieben». Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) sprach gar von «keinem guten Morgen für das grösste Friedensprojekt der Welt: Europa».
Der Wahlsieg Nawrockis gilt als deutliches Votum gegen offene Grenzen, gegen einen Nato-Beitritt der Ukraine und eine stärkere politische Anbindung an Brüssel. Während deutsche Leitmedien wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland von einem Rückschlag für das «liberale Europa» sprechen, ordnet die Zeit Nawrocki in die Nähe von Donald Trump ein.