Ab dem 30. Dezember 2025 dürfen zentrale Importgüter wie Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Holz, Rindfleisch und Kautschuk nur noch dann in die EU eingeführt werden, wenn für ihren Anbau nachweislich kein Wald gerodet wurde. Das schreibt das Portal Chip unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung Merkur. Ziel der neuen Verordnung sei der weltweite Waldschutz. Für Händler bedeutet das künftig hohe Nachweispflichten – inklusive GPS-Daten der Anbauflächen. Verstösse könnten zu Importverboten oder Warenbeschlagnahmung führen.
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Während Brüssel die Auswirkungen auf die Konsumentenpreise als «begrenzt» einstuft, sieht der Deutsche Kaffeeverband die Lage anders: Nur rund 20 Prozent der Kleinbauern könnten die neuen Vorgaben erfüllen, was zu Engpässen und Preissteigerungen führen könnte. Kaffeehersteller Darboven warnt vor einer «klaren Verknappung» des Rohkaffees. Auch bei Nutella schlägt sich ein Ernteausfall bereits jetzt im Preis nieder.
Die deutsche Regierung reagierte umgehend. Kanzler Friedrich Merz und Landwirtschaftsminister Alois Rainer forderten eine Fristverlängerung sowie Ausnahmeregelungen für die deutsche Forst- und Landwirtschaft. Die Supermarktketten versuchen derweil, die Preiserhöhungen nicht an die Kunden weiterzugeben.