«Newsdeprivierte»? – Nein, nur kritischer: Warum nicht die Leser, sondern die Journalisten das Problem sind
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«Newsdeprivierte»? – Nein, nur kritischer: Warum nicht die Leser, sondern die Journalisten das Problem sind

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Dies als Trost für weit mehr als die Hälfte der Menschheit, die heutzutage keine News mehr aus den klassischen Medien konsumiert: Diese Hälfte der Menschheit ist nicht krank, nicht dumm, das sind keine Feinde der Demokratie, noch weniger handelt es sich bei ihnen um Idioten. Sie sind auch keine «Newsdeprivierten». Jene, die sie so nennen, sind ganz einfach schlechte bis miserable Journalisten, die ihren «Beruf» falsch verstanden haben.

© KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Bundeshausjournalisten der SRG SSR Kanaele der drei Sprachregionen, RTR, SRF und RSI, strecken ihre Mikrofone zu Bundesrat Ueli Maurer, der vor den Medien die Argumente fuer die neue Finanzordnung 2021 erklaert, am Dienstag, 9
© KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE

Journalismus ist und war immer, über alles, was auf dieser Welt passiert, möglichst interessant, neutral und ohne Wertung zu berichten. Journalismus bedeutete nie, alles, was auf dieser Welt passiert, nach den eigenen Moralvorstellungen zu qualifizieren. Und schon gar nie war Journalismus die kranke Sucht, die Sprache so zu verklausulieren, dass sie sich immer weiter vom normalen Menschen entfernt. Sprache soll kein Mittel der Erziehung sein, Sprache ist das Mittel der Menschheit, sich zu verständigen. Je einfacher, klarer sie ist, umso näher kommt sie den Menschen.

Der Hauptgrund, warum sich immer mehr Menschen von den klassischen Medien abwenden, liegt nicht bei den Kunden der Medien, er liegt bei den Machern dieser Medien. Jener Medien, die politische Korrektheit und Genderquatsch wichtiger nehmen als klare Formulierung und daher schon im Ansatz Fake News produzieren.

Es ist selbstverständlich, dass sich der Markt der Medien mit der Digitalisierung dieser Welt verschoben hat. Soziale Medien, die grossen Suchmaschinen, das Handy sind Plattformen, die dem schlechten Journalismus jeden Tag eine Salve von Kicks in den arroganten Hintern versetzen – fast unschlagbare Konkurrenz.

In den sozialen Medien tauschen sich normale Menschen in ihrer normalen Sprache aus. Sie schreiben so über das, wie sie es früher am Dorfbrunnen besprochen haben. Wer das einfach mit Hass und Häme abtut, ist ein Totengräber der Demokratie.

Die Sprache der sozialen Medien ist sinnlich. Wer die Sinne des anderen berührt mit seinem Bericht, hat die Aufmerksamkeit. Wenn er zu oft einen Unsinn erzählt, hört ihm mit der Zeit keiner mehr zu. Die Händler von Fake News, die es immer geben wird – Menschen sind Menschen –, machen sich selbst unmöglich. Schliesslich ist auch die Wahrheit nicht durch Sprache endgültig zu machen, sie ist meistens mehr das Produkt der Perspektive. Wie kluge Köpfe seit Menschengedenken behaupten.

Bis vor vierzig Jahren war der Grundsatz des Journalismus Fakten. Als das Fernsehen den nackten Fakten-Journalismus langweilig gemacht hatte, kam der «New Journalism» auf. Statt der fünf W – wer, was, wann, wo und warum – änderten gute Schreiber in New York diesen Grundsatz. «New Journalism» hiess nun, den ersten Satz so zu formulieren, dass die Leser den zweiten Satz lesen wollten – und so weiter.

Dieser Grundsatz setzte sich leider nie durch. Die wenigen guten Schreiber, die das neue Prinzip beherrschten, wurden von der Politik abgeworben. Dort konnten sie viel mehr verdienen. Es blieben jene übrig, deren Mission es war, die anderen zu belehren.

Es sind jene, die heute alle, die sie nicht mehr lesen, sehen oder hören wollen, «Newsdeprivierte» nennen.

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