Die UBS ist im Streit mit dem Bundesrat über verschärfte Kapitalvorschriften aufgefordert worden, ihr Lobbying zurückzufahren. Dies berichtete die Financial Times. Parlamentarier hätten die Grossbank ermahnt, insbesondere öffentliche Auftritte von Konzernchef Sergio Ermotti gegen die geplanten Reformen zu reduzieren.
Die grösste Bank der Schweiz liegt seit fast zwei Jahren mit der Regierung im Konflikt. Der Bundesrat plant, die Kapitalanforderungen für UBS um bis zu 26 Milliarden Dollar zu erhöhen. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe einen parteiübergreifenden Kompromissvorschlag aus dem Parlament zurückgewiesen, der eine deutliche Abschwächung der ursprünglichen Pläne vorsah, hiess es.
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Ein Parlamentarier sagte laut Bericht: «Ein grosser Teil des Parlaments stimmt der Bank [in einem zentralen Streitpunkt] eigentlich zu, aber wir haben ihr gesagt, dass ihr Lobbying und insbesondere die Äusserungen von Ermotti im Moment nicht hilfreich sind.» Ein weiteres Mitglied des Ständerats habe der Bank privat geraten, ihre Lobbying-Kampagne «zu überdenken».
Angesichts der verhärteten Fronten prüft der Verwaltungsrat der UBS gemäss dem Bericht eine Verlängerung der Amtszeit von Ermotti über April 2027 hinaus.