Frankreichs ehemaliger Premierminister Dominique de Villepin hat vor einer ausländischen Einmischung in die aktuelle Krise im Iran gewarnt. In der Euronews-Sendung «Europe Today» sagte de Villepin, ausländische Akteure müssten «das richtige Gleichgewicht finden, um die Dinge nicht noch schlimmer zu machen». Die Unruhen seien «eine Bewegung der iranischen Bevölkerung gegen das Regime der Mullahs».
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Er warnte davor, eine «chaotische Situation zu schaffen, die noch schlimmer wäre als die heutige». Statt einer militärischen oder politischen Intervention solle der Westen auf Dialog, Sensibilisierung und inoffiziellen Druck setzen, um Einfluss auf Teheran auszuüben. Eine Intervention könne dem Regime lediglich die Möglichkeit geben, «die Repression weiter zu verstärken».
Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind bei den landesweiten Protesten im Iran inzwischen über 500 Demonstranten getötet und Tausende verhaftet worden. De Villepin bezeichnete es als «unverantwortlich», sich in einer Region wie dem Nahen Osten zu engagieren, «ohne zu wissen, welche Folgen das haben wird».
De Villepin, Premierminister unter Jacques Chirac von 2005 bis 2007, hatte sich bereits 2003 entschieden gegen den Irakkrieg ausgesprochen.