In den Niederlanden sollen ab 2028 nicht nur Kapitalerträge und realisierte Kursgewinne, sondern auch rein fiktive, nicht realisierte Wertsteigerungen bei Aktien, Anleihen und Kryptowährungen wie Bitcoin mit 36 Prozent besteuert werden, berichtet das Portal Apollo News. Eine breite Mehrheit im niederländischen Parlament gilt als sicher, da sowohl das Mitte-rechts-Lager als auch die Linken das Vorhaben unterstützen. Während die linke Seite aus ideologischen Gründen auf die Umverteilung schielt, treibt die bürgerlichen Parteien die Sorge um das Staatsbudget – ein Ausbleiben der Neuregelung würde das Schatzamt jährlich rund 2,3 Milliarden Euro kosten.
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Der jährliche Freibetrag für diese «Phantom-Gewinne» soll bei bescheidenen 1800 Euro liegen. Hintergrund der rasanten Gesetzgebung ist ein Machtwort des höchsten niederländischen Gerichtshofes, des Hoge Raad, der die bisherige Praxis der Besteuerung von «angenommenen Gewinnen» für rechtswidrig erklärt hatte.
Finanzstaatssekretär Eugene Heijnen von der Bauernpartei BBB räumte zwar ein, dass man eine Besteuerung erst zum Zeitpunkt der tatsächlichen Auszahlung bevorzugen würde, die Zeit für eine solche systemische Umstellung bis 2028 jedoch schlicht zu knapp sei.