US-Geheimdienstmitarbeiter sollen laut einem Bericht des Spiegels frühzeitig über Pläne zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines informiert gewesen sein. Das Magazin berichtet unter Berufung auf mehrere Personen in der Ukraine, Vertreter der CIA hätten sich im Frühjahr 2022 in Kiew mit ukrainischen Spezialisten für Sabotageaktionen getroffen und dabei auch über einen möglichen Angriff auf die Gasleitungen in der Ostsee gesprochen.
Gemäss den Schilderungen wurden technische Details der Operation erörtert. Die US-Seite habe zunächst nicht widersprochen. Später hätten Vertreter der CIA die Ukrainer jedoch vor einer Umsetzung gewarnt und erklärt, man könne die Aktion nicht unterstützen. Eine finanzielle Beteiligung hat es demnach nicht gegeben.
Eine Sprecherin der CIA bezeichnete die Darstellung des Magazins als «komplett und völlig falsch». Weitere Details nannte der Geheimdienst nicht. Auch auf konkrete Fragen äusserte sich die Behörde nicht näher.
Im Zusammenhang mit der Sabotage sitzt derzeit der ehemalige ukrainische Kommandosoldat Serhij K. in Hamburg in Untersuchungshaft. Laut einem Haftbeschluss des Bundesgerichtshofs war die Operation «hochwahrscheinlich» staatlich gesteuert. Mehrere Männer und eine Frau sollen im September 2022 mit einer Segeljacht namens «Andromeda» in See gestochen sein und nahe der dänischen Insel Bornholm Sprengstoff an den Pipelines angebracht haben.
Die Explosionen zerstörten drei der vier Leitungsstränge. Zuvor hatten laut Medienberichten auch niederländische und deutsche Dienste Hinweise auf mögliche Anschlagspläne erhalten.