In Bad Salzuflen und Bochum-Wattenscheid sind AfD-Politiker überraschend in repräsentative Ämter gewählt worden. Sabine Reinknecht wurde zur dritten stellvertretenden Bürgermeisterin von Bad Salzuflen gewählt – mit sechzehn Stimmen, obwohl ihre Fraktion nur dreizehn Mandate hat. Auch in Wattenscheid erhielt AfD-Mitglied Cedric Sontowski eine Stimme mehr als erwartet und wurde zweiter stellvertretender Bezirksbürgermeister.
Für AfD-Chefin Alice Weidel ein «sensationeller Erfolg», für CDU und SPD ein politischer Dammbruch. Bad Salzuflens Bürgermeister Dirk Tolkemitt (CDU) erklärte: «Die Zusammenarbeit in Zukunft wird deutlich schwieriger werden.»
SPD-Fraktionschef Frank Sommerfeld sprach von zerstörtem Vertrauen. Eine zuvor abgestimmte Kandidatenliste von CDU, SPD und Grünen fiel durch – die Grünen-Kandidatin scheiterte.
Kritik kam auch von Grünen-Politiker Robin Wagener, der von einem Vorgang sprach, «der weit über kommunale Einzelheiten hinausreicht». Die AfD nutze demokratische Lücken, um ihre Agenda zu platzieren.