In der nordrhein-westfälischen Stadt Kerpen wird aus dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ein «Genussmarkt». Die Umbenennung sorgt für Unmut – sie sei jedoch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, betonen die Veranstalter.
Die Aktionsgemeinschaft Kolpingstadt Kerpen (AGK), welche die Veranstaltung auf dem Stiftsplatz organisiert, begründet den Schritt mit massiv gestiegenen Kosten und fehlender Unterstützung der Stadt. Vorstandsmitglied René Hövel erklärt dem Portal Exxpress: «Uns wurde mitgeteilt, dass wir von allen Seiten den Stiftsplatz abzusperren hätten. Gleichzeitig erhalten wir keine finanzielle Unterstützung der Stadt und machen das alles auf eigene Kosten. Sie müssen sich vor Augen führen, dass die AGK von Mitgliederbeiträgen lebt. Das können wir finanziell einfach nicht mehr leisten.»
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Mit dem neutraleren Begriff «Genussmarkt» hofft die AGK, zumindest einige der kostspieligen Auflagen zu umgehen. Etwa durch eine kleinere Veranstaltungsfläche, was wiederum Sperrzonen und Sicherheitsdienste einschränke.
Zusätzlicher Ärger kam auf, als die Stadt Kerpen den traditionell begleitenden verkaufsoffenen Sonntag absagte. Hövel dazu: «Das ist sehr schade, und wir sind sehr enttäuscht.» Die Behörden stellen in Frage, ob ein «Genussmarkt» die Voraussetzungen für eine Sonntagsöffnung erfülle – ein Weihnachtsmarkt hätte diese geboten.
Die Stadt weist jegliche Schuld zurück. Eine Sprecherin betont, dass die Auflagen für Veranstaltungen stets individuell auf Basis der Veranstaltungsbeschreibung angepasst würden: Es gebe keine gesonderten Regeln für Weihnachtsmärkte. Es hänge von Faktoren wie Rettungswegen, Besucherzahlen oder Bühnenprogramm ab.