Eine Mehrheit der Schüler in Nordrhein-Westfalen bewertet den islamischen Religionsunterricht als «alltagsrelevant, motivierend und zufriedenstellend». Das geht aus einer Evaluation des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster hervor, wie die Welt berichtet.
Auch Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern äusserten sich überwiegend positiv über das Schulfach, das seit dem Schuljahr 2012/2013 angeboten wird. Nach Angaben der Studienautoren deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass eine längere Teilnahme am islamischen Religionsunterricht mit einer gesteigerten Religionsmündigkeit einhergehe. Schüler könnten Glaubensfragen zunehmend eigenständig beurteilen und ihre Haltung begründen.
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Zentral sei dabei das Vertrauen der Lernenden in die fachliche Kompetenz sowie die Haltung ihrer Lehrkräfte. Weitere befragte Gruppen betonten laut Studie den «hohen pädagogischen und gesellschaftlichen Stellenwert» des Unterrichts und sahen darin «wesentliches Potenzial» für die Identitätsentwicklung junger Muslime. Ziel sei es, den Glauben «reflektiert, verantwortungsbewusst und im Einklang mit demokratischen Werten zu leben».
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Schulministeriums wird der islamische Religionsunterricht im laufenden Schuljahr an 247 Schulen von 332 Lehrkräften erteilt. Rund 31.673 Schüler nehmen daran teil, was etwas mehr als 6 Prozent der etwa 500.000 muslimischen Schüler im Land entspricht.