Die norwegischen Streitkräfte haben angekündigt, im Falle eines Krieges oder einer nationalen Krise auf privates Eigentum zugreifen zu können. Rund 13.500 Norweger erhalten in diesen Tagen offizielle Schreiben, in denen sie über mögliche Beschlagnahmungen von Häusern, Fahrzeugen, Booten oder Maschinen informiert werden. «Die Beschlagnahmungen sollen sicherstellen, dass die Streitkräfte in einer Kriegssituation Zugang zu den für die Verteidigung des Landes erforderlichen Ressourcen haben», teilte das Militär mit.
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Die Massnahme sei Teil der Vorbereitung auf den Ernstfall und habe in Friedenszeiten keine praktischen Auswirkungen. Die Eigentümer würden lediglich über eine mögliche Inanspruchnahme informiert. Grundlage der Planung ist eine nationale Ressourcendatenbank, in der verfügbare Mittel für die militärische und zivile Verteidigung erfasst werden.
«Norwegen befindet sich in der ernstesten sicherheitspolitischen Situation seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte Anders Jernberg, Leiter der Logistikorganisation des Militärs. «Unsere Gesellschaft muss auf sicherheitspolitische Krisen und im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorbereitet sein.»
Norwegen, Gründungsmitglied der Nato, verstärkt seit Beginn des Ukraine-Kriegs seine Verteidigungsbereitschaft. Das Land teilt im hohen Norden eine See- und Landgrenze mit Russland.