Wie gut, dass es die Medien gibt. Ohne sie würden die Menschen tot umfallen wie Fliegen, dahingerafft vom Hitzetod.
Sie würden sich nicht eincremen, zu wenig Flüssigkeit trinken, keine Hüte tragen, einen Bogen um kühle Gewässer machen und ganz sicher mit Anzug und Krawatte ins Büro gehen.
Letzteres war wirklich ein heisser Tipp einer TV-Redaktion für das Überleben in der «Gluthitze». Puh, Glück gehabt. Da stand Mann schon im Tweed-Sakko vor dem Spiegel, den gehäkelten Schlips in der Hand wiegend.
Mal ohne Ironie. In diesen warmen Tagen laufen die Oberlehrer in Presse, Funk und Fernsehen zur Hochform auf. Sie tun, was sie am besten können: Das dumme Volk draussen an den Endgeräten mit erhobenem Zeigefinger belehren.
Ältere Zeitgenossen erinnern sich, warme Sommermonate ganz ohne Ratschläge überstanden zu haben. Waren diese Menschen klüger?
Sicher nicht. Aber sie hätten die Besserwisser der Lächerlichkeit preisgegeben.