Das österreichische Sozialministerium hat zum Weltorgasmustag für Irritationen gesorgt. Auf den offiziellen Social-Media-Kanälen des von SPÖ-Ministerin Korinna Schumann geführten Ressorts wurden am Sonntag mehrere Infografiken veröffentlicht, in denen auf eine sogenannte «Orgasmus-Lücke» zwischen Männern und Frauen hingewiesen wurde, berichtet das Portal Apollo News.
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«Frauen haben in heterosexuellen Beziehungen seltener Orgasmen als Männer – oder als Frauen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen», heisst es in einem der Sujets. Als Ursache nennt das Ministerium ein männlich geprägtes Verständnis von Sexualität, vermittelt unter anderem «in Mainstream-Pornos». Ziel sei es, über sexuelle Gesundheit aufzuklären – auch jenseits von Fortpflanzung. Lust, Vielfalt und Selbstbestimmung sollten stärker in den Fokus rücken.
Die Grafiken sind plakativ gestaltet, nutzen Emojis wie Pfirsich und Aubergine – Symbole mit eindeutigem Subtext. Das Ministerium betont, man wolle junge Menschen «in einer Sprache informieren, die sie verstehen».
Doch genau dieser Ton stösst auf Widerstand – nicht nur in der Opposition. Die FPÖ kündigte umgehend eine parlamentarische Anfrage an. Man wolle klären, welche Kosten die Aktion verursacht habe. «Die Österreicher bereiten sich auf Weihnachten vor, aber SPÖ-Sozialministerin Schumann hat offenbar nichts Besseres zu tun, als den Welt-Orgasmus-Tag auf Facebook gross abzufeiern», kritisierte Parteisprecherin Lisa Schuch-Gubik.
Auch innerhalb der SPÖ wird die Aktion laut Medienberichten kritisch gesehen – wenn auch nicht öffentlich. Das Ministerium verteidigte die Kampagne: Tabus seien Teil der Gesundheitsaufklärung, gerade beim Thema sexuelle Gesundheit. Der sogenannte Gender-Orgasmus-Gap verweise auf «strukturelle Unterschiede in Aufklärung, Rollenbildern und sexueller Selbstbestimmung – Unterschiede, die zweifellos bestehen».