Ordensfrau nach sechzig Jahren im Kloster Wonnenstein rausgekegelt? Nun äussert sich Beat Grögli, der Bischof des Bistums St. Gallen
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Ordensfrau nach sechzig Jahren im Kloster Wonnenstein rausgekegelt? Nun äussert sich Beat Grögli, der Bischof des Bistums St. Gallen

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Ordensfrau nach sechzig Jahren im Kloster Wonnenstein rausgekegelt? Nun äussert sich Beat Grögli, der Bischof des Bistums St. Gallen
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Der Weltwoche-Bericht vom 2. Dezember 2025 mit dem Titel «Schweizer raus, Spanier rein: Wie eine Ordensfrau in der Ostschweiz nach sechzig Jahren im Kloster Wonnenstein rausgekegelt wurde» hat viele Reaktionen ausgelöst – unter anderem seitens des Bistums St. Gallen.

Im Artikel ging es um die Kapuzinerin Schwester Scolastica, die vom neuen St. Galler Bischof Beat Grögli ultimativ aufgefordert wurde, das Kloster zu verlassen, weil sie als einzige verbliebene Nonne – von einst 490 – keine klösterliche Gemeinschaft mehr bilde. Einem persönlichen Treffen im Oktober 2025 war ein langjähriger Kampf der Nonne vor weltlichen und kirchlichen Gerichten vorausgegangen, in dem sie um ihr Zuhause im Kloster Wonnenstein, das sie seit 1964 bewohnte, gerungen hatte. Im Kloster soll nun ein spanischer Orden angesiedelt werden, während Schwester Scolastica eine neue Bleibe sucht.

© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Der neue St
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Gemäss Bischof Grögli kursieren seit Jahren viele Unwahrheiten über das Kloster Wonnenstein und dessen letzte Bewohnerin Sschwester Scolastica, wie er der Weltwoche erklärte. Der folgende Text gibt seine Darstellung des Sachverhalts zum Streit zwischen Bischof und Ordensfrau sowie den heutigen Verwaltern des Klosters, der Studentenverbindung Bodania, unverändert wieder. Wir dokumentieren ihn im Wortlaut.

Nachdem die letzte ihrer Mitschwestern verstarb, lebte die heute 81-jährige Schwester Scholastica über fünf Jahre allein im Kloster Wonnenstein. «Das ist keine Ordensgemeinschaft. Zum Ordensleben gehört das Sich-Einfügen in eine Gemeinschaft», sagt Bischof Beat Grögli. Sr. Scholastica gehört zur Gemeinschaft der Kapuzinerinnen, zur Föderation St. Klara, einem Verband von verschiedenen Kapuzinerinnen-Klöstern in der Deutschschweiz. Die Vorsteherin der Föderation, Sr. Maria Angelika, ist die Oberin von Sr. Scholastica. Sie ist für Sr. Scholastica zuständig und hat diese mehrfach aufgefordert, sich einer Gemeinschaft – der Föderation oder einem anderen Ort, der sie aufnimmt – anzuschliessen. Sr. Scholastica hat sich stets geweigert.

Endgültige Aufforderung von Rom verweigert

Auch der letzten Aufforderung von Rom, das Kloster bis Ende September 2025 zu verlassen, kam Sr. Scholastica nicht nach – sie ignorierte diese Frist ohne Kommentar. Ihre kirchliche Oberin machte ihr deutlich, dass bei einer weiteren Totalverweigerung der nächste Schritt die Einleitung eines Entlassungsverfahrens aus dem Ordensstand sei. «Das wollte die Föderation und auch das Bistum verhindern», sagt Bischof Beat Grögli. «Wir sind deshalb froh, dass Sr. Scholastica Wonnenstein inzwischen verlassen hat ‒ mit dem Ziel, sich zuerst um ihre Gesundheit zu kümmern und nun in einer Gemeinschaft Aufnahme zu finden. Die Föderation und auch das Bistum werden sie bei diesem Prozess unterstützen», sagt der Bischof.

Unterhalt und Vermögen von Sr. Scholastica

In der Berichterstattung sorgt das Thema Finanzen immer wieder für Schlagzeilen. Bischof Beat Grögli stellt klar: «Für Schwester Scholastica ist gut gesorgt. Der Verein kommt seit seiner Gründung für ihren Lebensunterhalt auf – ohne dass Sr. Scholastica ihre AHV der Gemeinschaft abgeben muss, wie es für Ordensleute üblich wäre». Und ganz wichtig: Das Privatvermögen von Sr. Scholastica von rund 56.000 Franken, das sie vor mehr als sechzig Jahren beim Eintritt ins Kloster abgab – auch das ist üblich für eine Ordensfrau – verwaltet ihre Gemeinschaft, die Föderation der Kapuzinerinnenklöster in der Deutschschweiz und nicht der Verein!

Gemeinsamer Einsatz für Kloster und Kulturerbe

Zum Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnestein gehören die Verbindung der Bodaner, das Bistum St. Gallen sowie der Kanton Appenzell Innerrhoden. Das Anliegen des Vereins, sowie auch der in den Statuten festgelegte Zweck, ist die Wiederansiedlung einer neuen Gemeinschaft sowie der Erhalt des Klosters als Kulturgut. «Der Verein investiert viel Zeit und Geld in den Unterhalt und die Renovation der Klosteranlage. Die Renovation der Klosterkirche wurde 2024 abgeschlossen. Aktuell wird das Pächterhaus renoviert», so der Bischof.

Neue Gemeinschaft für Wonnenstein

Mit der Ansiedlung der neuen Glaubensgemeinschaft Maria Stella Matutina im kommenden Jahr erfüllt sich ein zentraler Teil der Vision des Vereins. 650 Jahre lang wurde im Kloster Wonnenstein gewohnt, gearbeitet und gebetet. Auf dieser Nutzung will der Verein auch die Zukunft aufbauen: Wonnenstein soll ein offenes, lebendiges Zentrum für Wohnen, gewerbliches Arbeiten und christliche Spiritualität sein.

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