Papst Leo XIV.: Der neue Pontifex hat schwarze Wurzeln – und ist entfernt verwandt mit Madonna
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Papst Leo XIV.: Der neue Pontifex hat schwarze Wurzeln – und ist entfernt verwandt mit Madonna

Robert Francis Prevost, der neue Pontifex, den das Konklave am 8. Mai zum neuen Papst machte, ist nicht nur ein seelischer Brückenbauer, der Blick auf seinen Stammbaum legt eine erstaunliche Fülle an Verbindungen in die ganze Welt frei.

Bisher war bekannt, dass Prevosts Vater, Louis Marius, der beim D-Day 1944 mit den Alliierten gekämpft hatte, italienischer und französischer Abstammung war. Die Mutter Leos XIV., Mildred Martínez, hatte Louisiana-kreolische und hispaniolische Wurzeln.

FABIO FRUSTACI / KEYSTONE
epa12113093 Pope Leo XIV leads the Regina Caeli prayer after a Holy Mass for the beginning of his pontificate, in St
FABIO FRUSTACI / KEYSTONE

Der amerikanische Kulturwissenschaftler Henry Louis Gates Jr. wollte es genauer wissen und ging zusammen mit den Genealogen von American Ancestors und dem Cuban Genealogy Club of Miami dem Stammbaum des neuen Papstes auf den Grund. Die Befunde veröffentlichte die New York Times vor ein paar Tagen. Fünf Erkenntnisse zu den Wurzeln des Papstes, den sie im Vatikan schon mal «Latin Yankee» nennen, sind besonders bemerkenswert:

  • Die Herkunft des 69-jährigen Amerikaners, der auch eine peruanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist ein eindrückliches Abbild der Geschichte der US-Einwanderung: Die identifizierten Vorfahren Prevosts wurden in Frankreich (40), Italien (24), Spanien (21), den Vereinigten Staaten (22), Kuba (10), Kanada (6), Haiti (1) und Guadeloupe (1) geboren. Die Geburtsorte von weiteren neun Vorfahren, welche die Forscher ausfindig machen konnten, sind unbekannt.

 

  • Siebzehn der in Amerika geborenen Vorfahren von Leo XIV. waren schwarz. Ein weiterer schwarzer Vorfahre, sein Grossvater Joseph Nerval Martínez, wurde in Haiti geboren, wohin seine afroamerikanischen Eltern aus New Orleans ausgewandert waren, bevor sie 1866 in die Stadt am Mississippi zurückkehrten.

 

  • Ein Dutzend seiner Vorfahren waren Sklavenhalter – darunter mehrere Schwarze. Acht der zwölf Ahnen des Papstes, die als Sklavenhalter identifiziert wurden, waren Schwarze, die bis zu zwanzig weitere Frauen und Männer in ihrem Besitz hatten. Marie Jeanne, die Ururgrossmutter mütterlicherseits des Papstes, war Sklavin von François Lemelle, mit dem sie mindestens sechs Kinder hatte. 1772 befreite François Marie Jeanne und zwei ihrer Töchter aus der Sklaverei, und bei seinem Tod 1789 hinterliess er ihr ein Fünftel seines Vermögens, darunter fünfzehn Sklaven. Bis 1817 war ihr Besitz auf etwas über vier Quadratkilometer angewachsen und umfasste fünf Sklaven.

 

  • In seiner Ahnenreihe befinden sich zwei Freiheitskämpfer. Der Ururgrossvater mütterlicherseits des Papstes, Charles Louis Boucher de Grandpré, befehligte 1777 die Miliz von Louisiana in Pointe Coupée und eroberte während der Amerikanischen Revolution britische Stellungen am Thompson’s Creek und am Amite River. Ein weiterer Vorfahr mütterlicherseits, Antonio José de Sucre, ein Cousin fünften Grades von Papst Leo, war ein Held der Schlacht von Ayacucho und spielte eine entscheidende Rolle bei der Niederlage des spanischen Kolonialismus in ganz Lateinamerika. Als Freund von Simón Bolívar wurde er der erste verfassungsmässig gewählte Präsident Boliviens.

 

  • Papst Leo hat berühmte Verwandte. Die Forscher fanden heraus, dass Prevost über einen entfernten Vorfahren mütterlicherseits, der in den 1590er Jahren geboren wurde, Cousin von einigen bekannten Persönlichkeiten ist. Darunter befinden sich die ehemaligen kanadischen Premiers Pierre und Justin Trudeau, die ehemalige First Lady Hillary Clinton, Oscarpreisträgerin Angelina Jolie, Sänger Justin Bieber, Beat-Literatur-Idol Jack Kerouac und Superstar Madonna – deren Künstlername selbstverständlich eine Anspielung auf Maria, die Mutter von Jesus, ist.
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