Der spektakuläre Juwelenraub im Pariser Louvre war laut der zuständigen Staatsanwältin Laure Beccuau keine Tat eines organisierten Verbrechersyndikats, sondern wurde offenbar von Kleinkriminellen verübt. Vier Personen wurden bislang angeklagt, während mindestens ein Täter noch flüchtig ist. Wie der Guardian berichtet, stammen alle Verdächtigen aus dem Département Seine-Saint-Denis im Norden von Paris. Eine der Angeklagten, eine 38-jährige Mutter, zeigte sich vor Gericht in Tränen aufgelöst und beteuert ihre Unschuld. Sie und ihr 37-jähriger Partner – beide mit Kindern – wurden wegen organisierten Diebstahls und krimineller Verschwörung angeklagt, nachdem ihre DNA im benutzten Aufzug gesichert worden war.
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Zuvor waren bereits zwei Männer festgenommen worden: ein 34-jähriger Algerier sowie ein 39-jähriger Franzose, der bereits unter gerichtlicher Aufsicht stand. Beide hätten ihre Beteiligung teilweise eingeräumt. Weitere drei zwischenzeitlich festgenommene Personen wurden ohne Anklage freigelassen. Laut Beccuau besteht die Möglichkeit, dass es zusätzliche Mittäter gibt.
Am 19. Oktober hatten die Täter in einem gestohlenen Lieferwagen vor dem Louvre geparkt, mit einem Möbelaufzug das erste Stockwerk erreicht und sich gewaltsam Zugang zu einem Prunksaal verschafft. In weniger als sieben Minuten entkamen sie auf Motorrollern mit Schmuck im geschätzten Wert von 88 Millionen Euro.
«Das ist keine Alltagskriminalität, aber auch nicht das Werk der oberen Ebenen der organisierten Kriminalität», sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Sonntag gegenüber Franceinfo. «Wir untersuchen alle Möglichkeiten, wie dieser Schmuck auf dem Parallelmarkt landen könnte», so Beccuau weiter. Noch gebe es aber nur «geringe Hoffnung», die Juwelen zeitnah sicherzustellen.